Meine Festnahme – Freiheit statt Angst oder eher Angst statt Freiheit

Am Wochenende des 11.-13. September 2009 fand in Berlin die Demonstration „Freiheit statt Angst“ statt. Ich war am Freitag gegen Abend in Berlin angekommen und kam am frühen Samstag Mittag mit der U-Bahn am Potsdamer Platz an, von dem aus die Demonstration starten sollte.  Beim Betreten des Platzes zwischen Sony Center und Daimler Chrysler City wurde ich von einem Polizisten der Bereitschaftspolizei freundlich angesprochen, ob er einen Blick in meinen Rucksack werfen dürfe. Ich gestattete ihm dies ebenso freundlich. Während er den Inhalt meines Rucksacks untersuchte (eine Regenjacke, eine Wasserflasche) fragte er, ob ich irgendwelche spitzen Gegenstände mit mir führte. Tatsächlich hatte ich – wie immer – mein Leatherman Tool, eine Art Multifunktionswerkzeug, im Rucksack. Dies gab ich an und suchte es auf Nachfrage aus dem Rucksack. Ich erklärte mein Leatherman dem Polizisten, der das Werkzeug nicht kannte und zeigte ihm auch, dass sich ein Messer zwischen den Werkzeugen befindet. Der Polizist begutachtete das Tool und erklärte mir dann, dass das Mitführen eines Messers auf Demonstrationen nicht erlaubt sei. Er fragte, ob ich das Messer noch schnell nach Hause bringen könnte. Das konnte ich nicht, denn ich bin ja kein Berliner. Der Polizist bot mir daraufhin an, das Messer bei der Polizei vor Ort abzugeben und es nach der Veranstaltung wieder abzuholen. Ich willigte ein.

Gemeinsam gingen wir um die Ecke in die Potsdamer Straße, wo mehrere Einsatzwagen der Polizei standen. Der mich begleitende Polizist erklärte seinen Kollegen, dass ich das Tool abgeben wolle. Der Ton der dort wartenden Beamten war deutlich unfreundlicher, ich wurde abgetastet und sollte meinen Rucksack in einen der Mannschaftswagen stellen. Auf Nachfrage wurde mir gesagt, dass dies aus Sicherheitsgründen geschehe, damit ich keine Waffe aus dem Rucksack ziehen könne. Meinen Personalausweis stellte ich bereitwillig zur Verfügung, um das Ausstellen der Formulare zu erleichtern. Während nun ein weiterer Polizist abseits an einem anderen Wagen die Formulararbeit machte, erklärte der Beamte, der mich ursprünglich angesprochen hatte, seinen Kollegen, dass er das Tool nicht gefunden hätte, sondern dass ich es ihm ausgehändigt hätte, wonach die Behandlung und der Ton mir gegenüber deutlich freundlicher wurde.

Ich erkundigte mich, wo ich das Tool später wieder abholen könne. Ich könne es im “Abschnitt 34″, Alt Moabit 145 wieder abholen, wurde mir mitgeteilt. Dann wurde ich gefragt, ob ich “schon mal Kontakt mit der Polizei” gehabt habe: Nein. Auf Nachfrage, warum mir diese Frage gestellt wurde, sagte mir der Beamte, dass eine routinemäßige Kontrolle über Funk meiner Person erfolgen würde. Kurze Zeit später kam der Polizist mit dem Formular wieder und eröffnete mir, dass über Funk die Order ergangen sei, dass gegen mich eine Anzeige geschrieben werden müsse. Ich war total entsetzt, doch die umstehenden Polizisten versicherten mir, dies sei kein Problem und nur ein formaler Akt; die Staatsanwaltschaft würde das Verfahren voraussichtlich automatisch wieder einstellen.

Meinen Schrecken minderte das wenig, doch als erstes sollte ich das Protokoll über die, wie es mittlerweile hieß, “Beschlagnahme” des Tools unterschreiben, was ich auch tat. Wider Erwarten durfte ich nun nicht zur Demonstration gehen, sondern musste mit aufs Polizeipräsidium kommen, ein Fahrzeug war bereits auf dem Weg, um mich abzuholen. Der Polizist, der mich am Platz angesprochen hatte, registrierte meine aufkeimende Panik und versuchte, mich zu beruhigen. Auch er habe damit nicht gerechnet. Aber er könne nichts tun. Dies sei  eine Anweisung “von oben”.

Eine Anweisung von oben war offensichtlich auch der vergitterte Wagen, in dessen Zelle ich eingeschlossen und abtransportiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nichts mehr bei mir außer den Durchschlag des Formulars über die Beschlagnahme. Mein Rucksack mit komplettem Inhalt (Handy, Fotoapparat, Schlüssel, Geldbörse etc.) hatte der Beamte in der Fahrerkabine. Ich studierte den Durchschlag: Dort war angekreuzt: Festgenommen. Nun brach ich erstmal vollständig zusammen…  Auf Nachfrage, was mir vorgeworfen würde und warum ich festgenommen sei und warum ich in einer Gefängniszelle sitze wurde mir gesagt, dies würde ich auf dem Präsidium erfahren, es sei aber alles nicht so schlimm und festgenommen höre sich viel schlimmer an als es sei.

Der Wagen wollte gerade losfahren, hielt dann aber noch mal wieder an – es sei noch zu einer weiteren Festnahme gekommen und wir müssen noch kurz warten um eine weitere Person mitzunehmen. Der Polizist der bis dahin noch mit hinten im Wagen  (außerhalb der Zelle) saß und sozusagen meinen einzigen Ansprechpartner dar stellte, verließ daraufhin das Fahrzeug wieder und ließ mich allein. Total aufgelöst versuchte ich den Beamten vorne im Fahrzeug  anzusprechen: was los sei und ob ich noch mal an die frische Luft könne, da mir schlecht sei von der stickigen Luft (und der Situation) sei. Erst nach mehrmalige Ansprache  sagte er kurz es ginge gleich weiter und schob das Sichtfenster zwischen Fahrer Bereich und dem hinteren Teil des Wagens  zu.

Nach geschätzten 10 Minuten stiegen der Beamte von zuvor, eine Kollegin und ein weiterer scheinbar festgenommener Junge ein Wir fuhren darauf hin los. Nach etwa 10min Fahrt kamen wir an einer PolizeiwWache an und wurden hinein geführt. Nach kurzem Warten vor einer Tür wurden wir herein gelassen und ich wurde in eine Zelle geführt,die Tür wurde hinter mir verschlossen. Kurz Zeit später wurde ich wieder aus der Zelle geholt und sollte mich auf dem Flur vor eine Wand stellen, wo ein Beamter mit einer Digitalkamera Fotos von mir machte. Anschließend wurde ich wieder in die Zelle zurück geführt. Nach geschätzten weitern 10 Minuten wurde ich in einen weiteren Raum geführt, wo zwei Beamten auf mich warteten. Mein Rucksack wurde nun noch mal vollständig entleert und der Inhalt protokolliert. Während dessen fragte mich einer der Protokoll führende Beamte  ob ich mit einer Blutprobe einverstanden sei; ich fragte, wozu. Mir wurde erklärt, dies sei eine StandardfFrage für ein Standardformular und es würde jeder gefragt. Darauf verweigerte ich die Entnahme eine Blutprobe formell, was in dem Formular vermerkt wurde.

Im Anschluss wurde ich aufgefordert mich bis auf die Unterhose auszuziehen (das Recht diese doch recht unangenehme Situation verweigern zu können kannte ich zu dem Zeitpunkt leider nicht) und meine Anziehsachen wurden erneut durchsucht. Nach kurzer Zeit erhielt ich sie zurück, durfte ich mich wieder anziehen, musste noch meinen Gürtel und meine Schnürsenkel abgeben und unterschrieb das Protokoll in dem alles was ich bei mir hatte aufgeführt war.

Mein Frage was mir denn nun vorgeworfen würde konnte der Beamte wieder nicht beantwortet: “das wisse er nicht, er sei nur dazu da meine Sachen aufzunehmen”. Ich fragte was den nun passieren würde und er sagte mir, dass ich vermutlich gleich befragt würde und ich dann auch Antwort auf meine Fragen erhalten würde. Ich schilderte den beiden anwesenden Beamten noch mal den Sachverhalt und sie erklärten mir, ich würde bestimmt schnell wieder entlassen, er führe schließlich auch meist sein Taschenmesser mit sich und ich hätte es ja freiwillig abgegeben.

Nach dem ich anschließend wieder in eine Zelle gesperrt worden war, begann das lange Warten. Von Zeit zu Zeit wurde die Tür kurz geöffnet und direkt wieder geschlossen – bei jedem Mal dachte ich, es würde nun endlich weiter gehen und ich würde endlich erfahren, was mir eigentlich vorgeworfen wurde, dem war aber leider nicht so. Als wieder einmal die Tür geöffnet wurde, fragte ich schnell nach der Uhrzeit – es war mittlerweile 16.15 Uhr. Ich saß also mittlerweile seit fast 4 Stunden fest und wusste immer noch nicht, warum. Es muss etwa 17.00 Uhr gewesen sein, als ich endlich aufgefordert wurde, mitzukommen. Meine Hoffnung nun endlich mit einem Ermittler sprechen zu können um den ganzen Sachverhalt aufzuklären, wurde aber leider wieder enttäuscht. Stattdessen wurde in einen Raum, ein Stockwerk tiefer, zum “LKA Berlin Erkennungsdienst” geführt.

Auch den drei Beamten dort schilderte ich unter Tränen nochmals den ganzen Sachverhalt und fragte, ob ich der Erkennungsdienstlichen Erfassung denn wenigstens formell widersprechen könne, da es sich doch ganz klar um ein Missverständnis handele – dies wurde verneint und ein Schild an der Wand wies mich mittels eines Paragraphen darauf hin, dass die Erkennungsdienstlichen Maßnahmen notfalls auch mit Gewalt durchgeführt werden könnten. Ich könne aber mit Hilfe eines Anwalts im Nachhinein der Maßnahme widersprechen, wozu er mir auch raten würde. Meine Frage, wer die Maßnahme angeordnet hätte, wurde mir mit einem Buchstabenabkürzung beantwortet, deren Bedeutung mir die anwesenden Beamten aber nicht erklären konnten oder wollten. Es wurden meine Fingerabdrücke von beiden Händen (alle Finger und komplette Hand), in doppelter Ausführung genommen, sowie erneut Fotos, offensichtlich für die Verbrecherkartei,gemacht.

Zurück in der Zelle betätigte ich nach kurzer Zeit die Klingel, es muss mittlerweile etwa 18.00 gewesen sein, um darum zu bitten meinen Rechtsanwalt anrufen zu können, da ich anfing zu befürchten auch noch die Nacht in der Zelle zuzubringen zu müssen. Wieso hast du das denn nichtvorher gefragt? Kommt hier komisch. Dies konnte der Polizist nicht entscheiden, versprach mir aber, seinen Vorgesetzten zu informieren und ihn zu mir zu schicken. Als nach einer geschätzten halben Stunde immer noch nichts passiert war, schellte ich erneut – ich fühlte mich zu diesem Zeitpunkt schon völlig ausgelaugt und fertig, was man mir auch anzusehen schien, da die Beamtin mit der ich sprach mir sagte es würden „jetzt erstmal die Sanitäter kommen“.

Zum Glück bestätigte sich meine erste Befürchtung, nun auch noch in eine psychiatrische Klinik verlegt zu werden, nicht (nichts erschien mir mehr unmöglich), sondern der Polizeisanitäter holte mich ab und wir gingen in seinen Behandlungsraum. Physiologisch wies ich zu diesem Zeitpunkt eine ausgeprägte Hypertonie (hoher Blutdruck) und einen sehr schnellen Puls auf. Die Vermutung, dass ich vermutlich absolut dehydriert war, schien plausibel, denn außer eine Tasse Kaffe zum Frühstück und einen kleinen Plastikbecher Tee, den ich nach mehrmaliger Nachfrage erhalten hatte, hatte ich den ganzen Tag noch nichts getrunken. Hier kam ich das erste Mal wieder etwas zur Ruhe und hatte das Gefühl als Mensch ernst- und wahrgenommen zu werden. Der Beamte sagte mir dann auch, dass er gehört hätte, dass ich vermutlich in der nächsten Stunde entlassen würde.

Nach einem anschließenden weiteren kurzen Aufenthalt in der Zelle erhielt ich gegen 19.30 tatsächlich alle meine Sachen (bis auf das Leatherman Tool) zurück und konnte die Polizeiwache verlassen.

Bis zum heute weiß ich nicht was mir eigendlich vorgeworfen wurde. Meinen Anwalt habe ich bereits kontaktiert und es wird sich wohl in den nächsten Wochen zeigen wie es weiter geht. Mein vorrangiges Ziel ist natürlich mit meinen Fingerabdrücken und meinen Fotos wieder aus der Datei des LKAs heraus zu kommen.

Ich kann sagen, daß die Ereignisse vom Samstag das schlimmste sind was mir in meinem Leben bisher passiert ist. Die Aussage das Freiheitsentzug mit das brutalste ist, was man einer menschlichen Seele antun kann, kann ich voll bestätigen – nie zuvor habe ich mich so ängstlich und hilflos gefühlt.

Das man Angst haben muss, und die habe ich im Moment noch, auf einer friedlichen Demonstartion scheinbar grundlos von der Polizei verprügelt oder verhaftet zu werden, kommt in meinen Augen faktisch einer massiven Einschränkung des Demonstrationsrechts gleich.

Ebenfalls schockierend fand ich wie der Staatsapperat einmal ins Rollen gebracht, nicht wieder zu stoppen war. Persöhnlich kann man wohl kaum einem der Beteiligten der Exekutive einen Vorwurf machen – ein Jeder der Beteiligten konnte sich darauf berufen nur Befehle und Anweisungen ausgeführt zu haben. Diese Argumentation habe ich bisher nur von Angehörigen ehemaliger Unrechtsregimen gehört – ich habe mir eigendlich immer verboten ernsthaft zu glauben, daß so etwas im Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland tatsächlich möglich ist – wurde aber schmerzlich eines besseren belehrt.

242 Gedanken zu „Meine Festnahme – Freiheit statt Angst oder eher Angst statt Freiheit“

  1. Diese “Zuständigkeitskette” kommt mir bekannt vor. Auch wenn das bei uns damals nicht so lange gedauert hat und wir auch zum Glück nicht mit aufs Präsidium kommen oder erfasst werden mussten.

  2. Die Geschichte berührt mich doch sehr.
    Ich habe mir erlaubt den “share this” button zu nutzen und dies in meinem facebook Profil zu veröffentlichen.

    Werde den Inhalt in Auszügen auch über meinen Blog weiterverbreiten, mit Verseis auf Deine Seite.

  3. Deine Festnahme war rechtmäßig. Es ist verboten Waffen zu einer Demo mitzubringen (sogar Glasflaschen und Dosen waren verboten). Ein “Schweizer Messer” ist auch eine Waffe und Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.
    Dass du da im Unklaren gelassen wurdest ist bedauernswert. Und die Unwissenheit des Polizisten, der dich am Anfang kontrolliert hat, ist wohl die Höhe. Insgesamt eine Verkettung unglücklicher Umstände und eine gute Lehre nicht so naiv zu sein.

  4. Pingback: u1amo01
  5. tja, was soll ich sagen…
    erstmal, herzlich willkommen in der “limo” datei (links motivierte gewalttäter)!
    zum einen natürlich alles gute für dich, zum anderen bin ich auch ein bischen erfreut (ja, hört sich scheisse an, nich persönlich nehmen) das auf dieser demo das, was andere (ich z.b.) ständig auf demos und auch im alltäglichen leben erleben, mal im “mainstream” angekommen ist!
    ja, bullen nehmen willkürlich fest!
    ja, bullen stecken dich in irgendwelche karteien aus denen du nie wieder raus kommst!
    ja, bullen verdreschen “einfach so” leute!

    ich hab das erste mal auf nem revier aufs maul gekriegt, da war ich noch keine 16! einfach weil ich ein punk war – einfach auf der strasse eingesackt, mit aufs revier, rumgeschubst, faust ins gesicht und mit fusstritt wieder raus… aber keine anzeige, keine formulare, kein ermittlungsverfahren o.ä. gegen mich – just for fun, erzieherische massnahme sozusagen…
    solche dinger (schläge, demütigungen, diebstahl, nicht aufnehmen von anzeigen, uswusf) zog sich durch mein ganzes leben, mit dem höhepunkt eines “spiessrutenlaufs” in handschellen…
    genau, handschellen aufm rücken und 10 bis 15 bullen dreschen auf dich ein bis du dich nicht mehr rührst! nachdem sich die herren beamten “befriedigt” hatten, gings wieder per fusstritt durch die tür und passanten brachten mich ins krankenhaus (jochbein prellungen, aufgeplatze lippen, dicke augen, gebrochene nase, angebrochene rippen, hämatome am ganzen körper, abschürfungen von den handschellen am handgelenk,…). da das ganze noch nicht reichte, wurde natürlich anzeige gegen mich erstellt (beleidigung, widerstand, sachbeschädigung an staatseigentum (beulen von meinem kopf im auto!) und körperverletzung gegen polizeibeamten (aufgeschlagene knöchel der rechten (schlag)hand!),…)

    die bullen haben narrenfreiheit, das war schon immer so und das wird auch so bleiben! “schön” das durch die FsA demo auch andere menschen sowas mal mit und abbekommen haben und vor allem, das es diesmal ein grosses mediales echo gibt!

    kopf hoch! wird schon wieder, immerhin keine bleibenden schäden ;)

  6. Hammer!
    Aber kurz noch kluggeschissen:
    Ein Leatherman (ich hab das Wave) fällt unter das Waffengesetz (§42a glaub ich), weil es eine Einhandklinge hat (daher ist die Klingenlänge egal). Daher ist das führen in der Öffentlichkeit verboten. Ist normalerweise kein Problem, wenn man unter normalen Umständen damit rumläuft.
    Auf ‘ner Demo sind die da wahrscheinlich pingeliger, was ich auch verstehen kann.
    Aber das kann man dem unbescholtenen Bürger ja mal sagen. So’n Aufriss ist echt ein Unding!
    Ich hoffe, der Anwalt kann was erreichen.

  7. Krank, wirklich krank und schlimm. Halt uns bitte up2date was die weiteren Vorgänge mit deinem Rechtsanwalt angeht. Werde bei den Piraten mal anstoßen, ob wir nicht eine AG-Grundrechtsverletzungen bilden die sowas protokolliert und mitverfolgt, um dann in regelmäßigen Abständen Berichte zu erstellen wie solche Sachen ausgegangen sind. Sowas darf nicht im Sande verlaufen.

    Gruß
    Felix

  8. Du hast mein vollstes Beileid. Dieses Ereigniss zeigt wie nötig der Widerstand gegen einen Überwachungs- oder Präventivstaat wirklich ist.

    Meinen Respekt für das Erzählen deines Erlebnisses – ich wäre an deiner Stelle (auch) total ge- und zerstört gewesen.

  9. Ähnliches hin- und hergeschubse von Leuten die alle nur Anweisungen Folge leisten kenne ich noch aus meiner Zivizeit, als sich herausstellte dass meine Dienststelle mich illegalerweise beschäftigte. Da war ich auch mit den Nerven am Ende. Aber da wurde ich wenigstens nicht wie ein Verbrecher behandelt. Der Vorgang war wirklich schrecklich bei dir, du solltest damit wenn möglich eine größere Öffentlichkeit suchen als nur einen Blogeintrag.

  10. Was mich wirklich wundert ist die Naivität, die hier hochkommt, nicht nur bei dem Betroffenen (Sorry, tut mir echt leid was dir passiert ist, soll nicht so rüberkommen als ob ich das nicht ernst nehme!) , auch bei den Leuten, die das plötzlich wahrnehmen. Die Polizei macht das seit Jahren, bei Demonstrationen, Fußballspielen, gegen Ausländer und Minderheiten, eben allen denen sie sich gegenüber überlegen meinen. Aber da geht es ja gegen Leute, die eh keiner haben will, im besten Fall sind das Chaoten und da ist es auch in Ordnung, dass sie mal paar drauf kriegen. Oder es sind Kriminelle, da ist es erst recht in Ordnung. So vertraten es bisher die Medien und und auch ein großteil der Bevölkerung. Dass das jetzt endlich mal in den Medien hochkommt ist großartig, man kann nur hoffen, dass die weite Verbreitung von Handykameras und der Möglichkeit Aufnahmen in’s Netz zu stellen, exzessiv genutzt wird.
    Wichtig ist jetzt nicht locker zu lassen, jeder Fall muss dokumentiert und veröffentlicht werden. Nur so kann der Kreis endlich mal durchbrochen werden. Die Polizei sind nicht immer die Guten, wie immer angenommen wird und damit ist auch nicht per se alles gut, was sie machen, auch wenn sich viele Leute, Politiker und auch Polizisten reflexhaft vor jede Tat eines Polizisten stellen. Es gibt jede Menge Polizisten, die eher in die Kreise der Hooligans gehören als in eine Uniform. Manchmal hab ich den Eindruck, dass die Polizei einfach nur eine Gewaltfraktion ist, von denen einige den Verkehr vor der Demo oder beim Fußballspiel regeln und der Rest nur auf “Fun” aus ist. Mir ist es schon passiert, dass sich Polizeibeamte nach einem Einsatz gegenseitig ihre Handyfotos gezeigt haben und gegenseitig geprotzt haben, wie viele Leute sie umgehauen haben. Ich hab auch schon erlebt bei Demos, dass Festgenommene nochmal verprügelt wurden, obwohl sie längst in Handschellen und am Boden waren. Um es kurz zu machen, solche Vorkommnisse sind Alltag bei Polizeieinsätzen und jetzt besteht endlich mal die Chance was zu bewegen, weil es in der Öffentlichkeit ist.
    Leider ist es ja so, dass es einfach als unwahr abgestempelt oder rechtfertigt wird, wenn man solche Fälle anbringt, sowohl in den Medien, die es in der Regel nicht interessiert und die maximal die Pressemitteilung der Polizei bringen, als auch bei anderen Polizeibeamten. Letztere neigen sogar dazu solche Sachen gegenüber Verständnis aufzubringen oder es gar gut zu heissen, statt gegen die faulen Eier im eigenen Nest vorzugehen. So können sich die Hooligans in den eigenen Reihen sicher sein, dass ihnen nichts passiert, dazu kommt die Anhäufung von Macht, die sie durch ihren Job so schon haben und das Ergebnis sind die Exzesse, wie man sie fast wöchentlich irgendwo beobachten kann.

    Nur mal noch ein paar ähnliche Videos der vergangenen Jahre, die keinen interessiert haben. Einfach mal “Polizeigewalt” bei Youtube eingeben und der Abend ist gerettet:

    http://www.youtube.com/watch?v=GV1eExR9TJM
    http://www.youtube.com/watch?v=UGy5RAdcBfc
    http://www.youtube.com/watch?v=OcnSd4vHDTA
    http://www.youtube.com/watch?v=BhJ7voSTpCo

  11. “Deine Festnahme war rechtmäßig. Es ist verboten Waffen zu einer Demo mitzubringen (sogar Glasflaschen und Dosen waren verboten).”

    Mag ja sein, und ist wohl auch so. Aber inwiefern rechtfertigt das die Festnahme?

    Und war das eine präventive oder eine repressive Maßnahme?

  12. Wegen Zivistelle: Mich wollte auf eine Beschwerde hin der Mann aus der “Zivildienstgruppe” (untere Verwaltungsebene des BAZ) versetzen, sozusagen als Disziplinarmaßnahme.

    Der Petitionsausschuß des Bundestages fand das überhaupt nicht witzig und hat die Zusicherung eingeholt, daß der Petent (also ich) bis auf weiteres ohne seine Zustimmung nicht versetzt wird.

  13. Sei froh, dass du so schnell wieder raus gekommen bist. Mich haben sie mal 12 1/2 Stunden eingesperrt weil ich einen Schal und einen Edding dabei hatte,,,

    Ansonsten kann ich A.H. nur zustimmen!

  14. Natürlich ist das Scheisse, was dir passiert ist. Allerdings muss man sagen, dass es im Vergleich nicht allzu ungewöhnlich war. Immerhin haben die Beamten dich noch mit Respekt behandelt, es gibt auch schlimmeres als sechs Stunden in der Zelle.
    Ich muss A.H. ebenfalls zustimmen, eine gewisse naivität ist schon bemerkbar… man nimmt nunmal auch nicht seinen gesamten Rucksack mit auf eine Demo.

  15. So Manches “Polizei-Bashing”, insbesondere im Rahmen von Demos, kommt mir übertrieben und unglaubwürdig, teilweise sogar albern vor.
    Deine Geschichte wirkt unübertrieben und ehrlich. Vom Lesen eine Gänsehaut bekommen.

  16. Mit Verlaub, aber war es nicht reichlich naiv der Polizei überhaupt erst zu gestatten den Rucksack zu durchsuchen – brauchen die dafür nicht einen begründeten Verdacht – und dann noch extra auf den Leatherman mit Klinge hinzuweisen? Ich hoffe zumindest, daß nicht nur der Betroffene sondern auch alle Mitleser daraus eine Lektion ziehen, nämlich daß “unschuldig sein” bei einer Demonstration nicht im Geringensten vor Repressionen schützt und zweitens, daß mehr als das juristische zu rechtfertigende absolute Minimum an Kooperation lediglich zu Problemen führt.

  17. Gruselig.

    Genau dagegen hast Du demonstrieren wollen, und genau das ist Dir dann passiert.

    Einfach nur unheimlich. Das ist einfach Gängelung, Repression und Einschüchterung, sonst nichts. Und da die Befehle “von Oben” kamen, muss da oben entweder noch mehr geballte Inkompezenz sitzen, oder beben das, was ich so langsam befürchte – Bosheit.

  18. Das ist Wahnsinn! Das war wohl eher Angst statt Freiheit für dich.
    Deine Story hat mich ein bisschen an Cory Doctorow: Little Brother erinnert, nur ohne Waterboarding.

  19. Furchtbar was dir passiert ist. Aber so läuft das womöglich täglich -.-

    Der Artikel liest sich im übrigen gut also unübertrieben und genau richtig gemixt.

    Die Polizei dein Feind und Hospital-einweißer… Mannmannmann.

    Hoffen wir das die Pressen endlich mal hinnemachen und Wahrheiten publizieren.

    Was anderes bleibt uns wohl leider nicht.

  20. Furchtbar was dir passiert ist. Aber so läuft das womöglich täglich -.-

    Der Artikel liest sich im übrigen gut also unübertrieben und genau richtig gemixt.

    Die Polizei dein Feind und Hospital-einweißer… Mannmannmann.

    Hoffen wir das die Pressen endlich mal hinnemachen und Wahrheiten publizieren.

    Was anderes bleibt uns wohl leider nicht.

    Doch:
    Am 27. September Piratenpartei wählen

  21. Sehr begrüßenswert, dass so manchem hier mal die Augen im Hinblick darauf, wie die Exekutive so arbeitet, geöffnet werden – auch wenns hier zu Lasten des Autors geht.

    Andererseits war es von dir ein grundlegender Fehler, mehr als deinen Ausweis und meinetwegen noch die Plastikwasserflasche mit zur Demo zu nehmen.
    Und noch was für die Zukunft: Niemals irgendetwas unterschreiben, was dir von der Polizei vorgelegt wird. Ebenso wäre ich sehr vorsichtig mit jeder Art von Auskunft gegenüber den Beamten. Im Zweifelsfall lieber jegliche Aussage verweigern (egal was für Horrormärchen sie dir erzählen).

  22. Nicht auszudenken, was wohl passiert wäre, wenn du die “Waffe” mit auf der Demo gehabt hättest und dann irgendwann (aus welchen Gründen auch immer) einen Ordnungshüter nach seiner Dienstnummer hättest fragen müssen! Wahrscheinlich wärst du mittlerweile halb tot und in ein paar Monaten zudem noch registrierter Straftäter! zu “Recht” und auch die Statistik dankt. So einfach kanns passieren. Ich weiß gar nicht mehr, woran mich das mehr erinnert: An Kafka oder Adorno.

  23. Und ich dachte, sowas soll es seit 1989 in Deutschland nicht mehr geben. Früher hieß sowas Stasimethoden! WEn wählt man denn da jetzt? Welche Legislative kann diese Exekutive noch zähmen?

  24. Pingback: www.lieblnk.de
  25. Dunehopper: Die Leathermans, die ich kenne, sind keine Einhandmesser. Also auch kein WaffG. Zum Vergleich hier ein Auszug aus Anlage 1 zum WaffG:

    “Messer,

    2.1.1

    deren Klingen auf Knopf- oder Hebeldruck hervorschnellen und hierdurch oder beim Loslassen der Sperrvorrichtung festgestellt werden können (Springmesser),

    2.1.2

    deren Klingen beim Lösen einer Sperrvorrichtung durch ihre Schwerkraft oder durch eine Schleuderbewegung aus dem Griff hervorschnellen und selbsttätig oder beim Loslassen der Sperrvorrichtung festgestellt werden (Fallmesser),

    2.1.3

    mit einem quer zur feststehenden oder feststellbaren Klinge verlaufenden Griff, die bestimmungsgemäß in der geschlossenen Faust geführt oder eingesetzt werden (Faustmesser),

    2.1.4

    Faltmesser mit zweigeteilten, schwenkbaren Griffen (Butterflymesser),”

    Da fällt das Multitool gerade nicht drunter.

  26. Heftig. Vor der nächsten Demo sollte man von Veranstalterseite unbedingt verbreiten, was bei Demos zu beachten ist, um diesem korrupten Polizeiaparat keinen Vorwand zu liefern. Mir hätte das auch passieren können, da ich fast immer ein Schweizer Taschenmesser in der Hosentasche habe. Kopf hoch!

  27. Meiner Meinung nach warst du aufgrund dieser Webseite bereits in einer DB der Landeskriminalämter und Sie wollten einfach noch ein Bild und deine Fingerabdrücke haben. Man kann ja nie wissen wozu man sie später mal gebrauchen könnte ….

  28. das ist aber echt harter tobak

    deine schilderungen sind echt erschütternd, dass so auf deiner würde rumgetreten wurde ist ein unding!

    mach das irgendwie öffentlich, vielleicht in einer tageszeitung!

  29. Pingback: Volker König
  30. Herzliches Beileid. Was ne Scheisse und gut, dass du damit so offen umgehst. Viele Linke regen sich über so etwas kaum mehr auf, weil sie es zum einen fast schon gewohnt sind und zum anderen von der Polizei garnichts anderes erwarten. da fehlt es oft schon an der Erkenntnis, das so etwas auch in diesem Staat immer noch ein Skandal ist.

    Nur ganz grundsätzlich für alle, die ähnliches erleben: Lasst euch nicht einfach erkennungsdienstlich behandeln. Das ist die Vorschrift, nach der das durchgeführt wird (es sei denn, ihr werdet nach einer Verurteilung zur ED-Behandlung vorgeladen):

    § 81b StPO

    Soweit es für die Zwecke der Durchführung des Strafverfahrens oder für die Zwecke des Erkennungsdienstes notwendig ist, dürfen Lichtbilder und Fingerabdrücke des Beschuldigten auch gegen seinen Willen aufgenommen und Messungen und ähnliche Maßnahmen an ihm vorgenommen werden.

    Im vorliegenden Fall war es für den “Zweck des Strafverfahrens”, also die Feststellung, dass der Betroffene ein Messer auf dem Weg zu einer Versammlung bei sich trug, in keiner Weise nötig, ihm die Fingerabdrücke abzunehmen und Fotos zu machen. Darauf gilt es in solchen Fällen hinzuweisen. Euch zu zwingen beim Fotografieren keine Grimassen zu machen oder die Augen offen zu halten ist eh unmöglich.

  31. Pingback: blog.tombeta
  32. Erinnert mich an eine Demonstration(war wegen Studiengebühren soweit ich mich erinnere) in Frankfurt am Main vor 4-5 Jahren wir waren zu 4t (mit 2 Damen) auf dem weg nach Hause. Der Kollege hatte noch ein “Ausroll-“Banner halb aus seinem Rucksack rausgucken gehabt was wohl zu den folgenden ereignissen führte. Wir unterhielten uns während dem laufen als plötzlich 3 Einsatzwägen neben uns hielten und wir von Beamten …erst umzingelt und ohne widerstand zu leisten auseinander getrieben wurden so dass wir einander nicht sehen konnten. Wir wurden (anscheinend jeder) kontrolliert und Erkennungsdienstlich behandelt…als ich danach die beiden Freundinnen und den bekannten wiedersah und die Beamten grad am abziehn waren, ham wir gesehen dass die Beamten den Kollegen mit dem Banner im Rucksack richtig durchgenommen ham (Nasenbeinbruch, Platzwunde am Kopf usw…) Ich wollte einen Beamten am einsteigen hindern und erfragen wo ich für solches verhalten anzeige erstatten könne, die antwort des Beamten war ein hieb in mein Gesicht und die mitteilung dass ich jetzt wohl eh Post von der Staatsanwaltschaft erwarten könne…Anzeige wegen widerstand gegen die Staatsgewalt… kam zwar nie vor Gericht aber denke wenns soweit gekommen wäre hätten da mind 10-20 Polizeibeamte gestanden welche als Zeugen auf seiten der Polizei gestanden und die für ihre “Kollegen” ausgesagt hätten….
    oder ein anderes bsp.
    bei nem bekannten kam die Polizei öfters vorbei haben nie was gefunden …zu hochzeiten waren die 3-4 im Monat bei ihm(Marrokaner/Student…aber Clean und wirklich ein lieber Kerl gewesen bis…) …eines Tages kamen die Plötzlich nach einer angeordneten HD mit nem Tütchen Cannabis auf ihn zu selbst mit mehreren Drogentestes, Zeugen usw die bestätigten dass er nie (bzw di etestes das er zu dem moment über nen längeren zeitraum nichts genommen hatte…) er bekam trotzdem 2 jahre auf bewährung… mein fazit aus den ganzen geschehnissen wenn sie WOLLEN bringen sie euch schneller in die scheiße als jeder vollegsoffene halbstarke in der Pubertät mit minderwertigkeitskomplexen… ka in meiner Jugend ham wir uns von solchen Leuten einfach komplett distanziert…vllt sollte man sowas heute auch ma anfangen^^

  33. erschreckende geschichte. sehr gut, dass du damit an die öffentlichkeit gehst und so genau beschreibst, wie dir geschah.

    diese ungewissheit darüber, was überhaupt los ist, was dir vorgeworfen wird, wann du wieder raus kommst etc. erinnert mich an meinen eigenen fall, der gerade vor dem landgericht rostock verhandelt wurde: http://www.antischokke.de/2009/09/14/g8-verfahren-wird-gegen-bussgeld-eingestellt/

    halte durch, lass dich nicht unterkriegen!

  34. Pingback: GeekShow
  35. echt ne krasse Geschichte. Ich hoffe, dass dein Anwalt das für dich regeln kann. Aber es würde mich auch nicht mehr wundern wenn dieses Vorgehen am Ende noch legal wäre. Unfassbar!

  36. “Vor der nächsten Demo sollte man von Veranstalterseite unbedingt verbreiten, was bei Demos zu beachten ist, um diesem korrupten Polizeiaparat keinen Vorwand zu liefern.”

    Der Auflagenbescheid war auf Netzpolitik.org veröffentlicht. Man muß sich halt auch informieren.

  37. Ich finde es wichtig, das du diesen Sachverhalt aufgeschrieben hast. Es hat dir vielleicht auch ein bischen geholfen , das was vorgefallen ist zu verarbeiten und reflektieren zu können. Eine Dokumentation ist ebenfalls wichtig, sollange im Internet noch keine Zensur stattfindet. Alles ist Möglich.

  38. Pingback: glamorama:blog
  39. Vielen Dank für deinen Bericht. Leider sind kafkaeske und orwellsche Situationen wie du sie schilderst und wie sie in dem Video mit dem “Radfahrer” zu sehen sind Alltag. So außergewöhnlich die Situation für dich persönlich war, so gewöhnlich ist sie im Polizeialltag.
    Sicher gibt es nette Polizisten und denen bist du selbst bei deinem Erlebnis begegnet. Das bedeutet aber nicht im Umkehrschluss, dass die unangemessene Gewalt wie du und der “Radfahrer” sie auf der FSA, einer eigentlich von allen Seiten sehr friedlichen Demo, erlebt habt ein Problem mit einzelnen Polizisten ist.
    Polizeigewalt ist ein strukturelles Problem!
    Ich hoffe, dass dies anhand solcher Schilderungen und Dokumentationen auch bei den Piraten bzw. im bürgerlichen Spektrum ankommt und man sich zukünftig offen informiert bevor solche Schilderungen entweder als unglaubwürdig, als von Chaoten provoziert oder notfalls als Problem mit einzelnen “überengagierten” Polizisten abtut.

  40. Die ganze Story ist für Jemanden, der wenig Erfahrung mit der Polizei hat (klingt bei dir so), mächtig übel.
    Das mit dem Trinken verweigern,
    keiner weiß warum man hier eingesperrt ist,
    von oben herab mit einem sprechen,
    seltsame Fingerzeig- Gymnastik gegenüber einem,
    die Rechte nicht vorlesen,
    den Grund der Festnahme nicht nennen,
    7 Stunden in der Zelle hocken lassen,
    Handschellen so fest zusammendrücken,
    das der Daumennerv 6 Wochen ein taubes Gefühl hinterlässt…
    Ja, das kenne ich auch. Das gibt es in unserer “netten” Stadt auch.
    Machen kann man da gar nichts: Keine Zeugen. So einfach ist das. Glück für den, der gefilmt oder beobachtet wird.

    Ich wünsche dir alles Gute und lass den Kopf nicht hängen.

  41. und deswegen linkspartei wählen.
    (dank der linkspartei gibbet in berlin überhaubt erst einen polizeidirektor der sich für nummernschilder der polizei einsetzt)

    die piraten partei besteht neben den fortschritlichen ak vorrat aus neoliberalen jung arschlöchern (siehe piraten aus kassel)

  42. Pingback: randommedia
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  44. Hier wird aus der Exekutive eine willkürliche. Hier entsteht der Eindruck, dich von der Demonstration fernhalten zu wollen, mit ungerechtfertigten bis gar keinen Anschuldigungen. Wenn die Maschine einmal läuft, dann ist sie offenbar nicht mehr aufzuhalten. Fraglich ob du Dein Messer jemals zurück bekommst, ich hoffe nur das du genug Energie hast, die zu wehren.

  45. ohhh…. musste det kleenes mädchen heulen? junge, das is mit abstand des peinlichste was ich im i-net inner letzten zeit sooo gelesen hab. aber doch recht unterhaltsam… bestätigt mein vorurteile, die ich gegen die “piraten” hege… kleine peinliche feminine nerds mit NULL ahnung von politik für die man sich fremdschämen müsste, wenn sie die fremdschäm-kapazität nicht schon gesprengt hätten.

  46. Eigentlich setzt eine gewisse Grundintelligenz voraus, dass man kein “Tool” inklu. Messerfunktion mit zu einer Demo nimmt. Im Endeffekt wurdest du für deine eigene Naivität bestraft. Ohne dein Tool hättest du in Frieden demonstrieren und wieder nach Hause gehen dürfen. So ist es nunmal halt ein bischen anders gelaufen für dich.
    Nicht, dass ich jetzt falsch verstanden werde. Ich möchte hier nicht die Polizei verteidigen die an solchen Tagen, dick gepolstert, mal ihre innersten Triebe ausleben darf. Ihr dürft nur nicht immer schimpfen sondern müsst euch mal an die eigene Nase packen. Wer beispielsweise mit schwarzem Kapuzenpulli und Sonnenbrille auf so eine Demo geht, oder noch besser mit einem Leatherman Tool im Rucksack braucht sich nicht wundern wenn er zur Zielscheibe wird. Das ist so wie mit einem roten Tuch auf eine Stierweide laufen und sich dann beschweren wenn der Stier einen aufspießt – der folgt auch nur seinem Trieb.

    Fazit: Angst statt Freiheit war dir hoffentlich eine Lehre! Jetzt heißt es Tränen abwischen und ein neues Tool kaufen…. für die nächste Demo!

  47. Echt schlimm. Traumatisierend.

    Ein Gespräch mit Jura-Referentin:
    “Ich find es nicht schlimm, wenn die Polizei Menschen durchsucht. Das ist zum Wohle der Gesellschaft. Die Polizei wird keinem Unrecht antun. Ich habe absolutes Vertrauen in unseren Rechtsstaat. blabla”
    “Warst noch nie bei so einer Untersuchung, was?”

    Gespräch ging um “verdachtsunabhängige” Personenkontrollen vor Moscheen.

  48. Und das ist das Problem: die Ausführenden denken gar nicht mehr nach, was sie Person X antun, sondern machen nur. Die Polizisten sind doch alles nur Handpuppen des Staates. Dein bericht ist wirklich erschütternd, festgenommen zu werden obwohl man nichts gemacht hat, nicht zu wissen, was weiter passiert….boah ich könnte mich so dermaßen darüber aufregen!!!!!!!!

  49. Die Panik kommt trotz des sachlichen Stils extrem gut rüber. Ich konnte nachfühlen, wie beschissen man sich da fühlen muss. Der Finger ist so was von genau in der Wunde platziert. Danke dafür und mein Beileid… :(

  50. Meine Liebste hatte in der Sicherheitskontrolle am Flughafen schon einmal versehentlich mein Taschenmesser bei sich, es war Monate zuvor unter das Futter ihrer Handtasche gerutscht. Ich behielt lieber für mich, daß das versteckte Mitführen einer Waffe ein Verhaftungsgrund hätte sein können. Wir hatten aber mit Menschen zu tun, nicht mit hirnlosen Robotern. Und so durfte ich das Messer in die Gepäckaufbewahrung bringen, bevor wir unseren Flug antraten. Danke für Deinen Erlebnisbericht, ich werde in Zukunft seeehr sehr vorsichtig sein.

  51. Ist sicher keine schöne Geschichte
    und ein Paradebeispiel wie jemand zu Unrecht schlecht behandelt wird.

    Natürlich ist jeder Mensch anders und reagiert anders auf gewisse Situationen,
    aber ich glaube ich hätte mich ab dem Zeitpunkt wo ich in dem Bullenwagen saß allem verweigert – keine Fotos, keine Unterschriften, keine FIngerabdrücke – nicht bevor ich mit einem Anwalt geredet hätte.

  52. Da solltest Du so hart zuschlagen, wie möglich: Dienstaufsichtsbeschwerde, Strafanzeige wegen Freiheitsberaubung und Verfassungsbeschwerde, weil Du an der Teilnahme an einer genehmigten Demo gehindert wurdest. Dann kannst Du das auch noch an AI melden und versuchen, die einschlägigen Medien zu interessieren: SPIEGEL, Süddeutsche, taz, Frankfurter Rundschau.

    Das wird zwar kaum alles durchkommen, aber Du verursachst bei den übereifrigen Verantwortlichen eine Menge Arbeit und hoffentlich auch Ärger. Vielleicht hilft das denen beim Nachdenken.

  53. du bist so peinlich junge… in deutschland hast du noch glück mit der polizei. die berliner polizei handelt vorbildlich. verzieh dich doch in dein kleines dorf, wo der dorfpolizist noch fahrraddiebstähle untersucht.

  54. Vielleicht kannst du ja herausfinden, welcher Beamte deine Festnahme angeordnet hat? Dann könnte man sich ja mal direkt an diesen wenden, um die Hintergründe zu erfahren?

  55. HAHAHAHAAHAHAAA….

    DORFJUNGE KOMMT NACH BERLIN UND HEULT WEIL ER FESTGENOMMEN WIRD WENN ER NE WAFFE BEI SICH FÜHRT!!!!

    HAHAHHAHA:: junge, komm in meinen kiez und deine sorgen sind vergessen

  56. Das ist unglaublich, was du hier für einen naiven Schwachsinn verbreitest. DU hattest ‘nen Leatherman auf ‘ner DEMO dabei? LOL! Ist wohl dein erstes Mal, dass du demonstrierst… hast dich bis auf die Unterhosen ausgezogen? Das ist echt lustig. Manche lernen es halt nur auf die harte Tour.

  57. Guter Artikel, wenn auch zunächst bzw. an diesem Tag wenig erfreulich …

    Letztlich ist es eine “gute” Erfahrung … daraus kann man lernen und wenn die Polizei derart verunsichert ist, dann spricht das Bände … kann mir auch die Situation des ersten Polizisten bildlich vorstellen – der wollte nur seine Pflicht erfüllen und ahnte ja noch nicht, dass er da einen Dominostein umgestoßen hatte …

    Ich finde die Beschreibung sehr hilfreich … und hoffe, dass es dir – also dem Schreiber – mittlerweile wieder besser geht … ich vermute, die Situation hat geholfen um Ängste abzubauen … war eben eine ganze besondere “Freiheit statt Angst”-Angelegenheit ;) … da hattest du eher “Angst statt Freiheit” erlebt, vermutlich

    Alles Gute …

  58. Hallo!
    Solche Geschichten kommen leider häufiger vor, v.a. wenn Menschen die polizeiliche Praxis (nicht nur in Berlin) nicht so genau kennen. Ich finde es gut, daß Du das öffentlich gemacht hast, weil wahrscheinlich viele andere DemoteilnehmerInnen, v.a. wenn sie selten oder erstmalig eine solche Demonstration besuchen, sicher genauso geschockt über den Fall sind. Denn letztlich hätte es ja jede/n treffen können.
    Die Rechtslage wird von der Polizei schamlos ausgenutzt: Bei vergangenen Demos (in denke da z.B. an eine der letzten Demos gegen die “Sicherheitskonferenz” in München) wurden z.B. FriedensaktivistInnen aus dem Bus heraus festgenommen, weil sie (zum Schmieren von Butterbroten) Brotmesser dabeihatten. Beim G8-Gipfel wurden teilweise Zeltstangen auf der Anreise zum Protestcamp als Waffe ausgelegt, mit den entsprechenden Konsequenzen. – Die Definition, was eine Waffe i.S. des Versammlungsrechts ist, obliegt also erst einmal der Polizei, und die nutzt das extensiv aus. Und kommt damit leider auch meist vor Gericht durch.

    Deswegen sei an dieser Stelle allen LeserInnen empfohlen, sich die Ratschläge der Roten Hilfe e.V. durchzulesen und anzueignen, weil das hilfreiche und juristisch abgesicherte Erfahrungswerte aus mehreren Jahrzehnten “Polizeikontakt” sind: http://www.rote-hilfe.de/content/download/1041/9912/file/wtwbaktuell1106.pdf

    Außerdem sei allen ans Herz gelegt, die Rote Hilfe bei ihrer Arbeit zu unterstützen, z.B. in Form einer Mitgliedschaft. Staatliche Repression kann alle treffen, die sich politisch betätigen! Die PolizeischlägerInnen fragen generell auch nicht nach, ob jemand z.B. Grüner, Autonome, Pirat, Juso oder Kommunistin ist, sondern hauen einfach mal druff, wie wir das auf dem bekannten Youtube-Video vom 12.09.2009 abermals gesehen haben. Die PolizistInnen brauchen das für ihre Statistik und ihr Ego; evtl. Verfahren wegen Körperverletzung im Amt werden sowieso zu 98% eingestellt, sind also für sie völlig gefahrlos. (Und seien wir realistisch: Es ist auch schlicht ihre Funktion, kritische Opposition auszuknocken und den bürgerlichen Staat/das Privateigentum an Produktionsmitteln gegen den “Pöbel” bzw. die arbeitende Klasse zu schützen. Der Staat ist schließlich keine neutrale Instanz, sondern ein Instrument für die und von der herrschenden bürgerlichen Klasse.)

    Konkrete Tips:
    1. Nimm Kontakt mit der Roten Hilfe Ortsgruppe in deiner Nähe sowie der Roten Hilfe Berlin (berlin[ät]rote-hilfe.de) auf.
    2. Nimm auch Kontakt mit dem Ermittlungsausschuß Berlin auf, der sich um die Dokumentation der Polizeiübergriffe am Demonstrationstag und die Vermittlung von RechtsanwältInnen gekümmert hat. Seine Kontaktdaten findest Du hier: http://www.mehringhof.de/projekte/ea.htm

    Solidarität ist eine Waffe!

  59. Ich konnte die Enge des Polizeiwagens förmlich an meinem eigenen Leibe spüren…
    Mir kommt, auch verstärkt durch die Videos des prügelnden Polizisten auf der FSA, immer mehr die Frage, in was für einem Staat wir eigentlich leben. Sind nicht wir der Staat? Das ist doch die Grundidee, und du hast durch deine Kooperation mit Polizei gezeigt, dass du sie auch verstanden hast. Du hast dem Staat (bzw dem stellvertretendem Polizisten) vertraut, was auch genau so gedacht ist. Leider sieht die Berliner Polizei das nicht ganz so, wie sie es sehen sollte.
    Mich hat dein Text innerlich ziemlich durchgerüttelt und traurig gemacht. Du wirst wahrscheinlich noch mindestens 100x mal mehr gelitten haben als ich jetzt, weshalb ich dir Alles erdenklich Gute wünsche, dass die rechtliche Lage schnell und positiv geklärt werden kann und vor allem dass du nach einem solchen Ereignis wieder ruhig schlafen kannst.

    PS du solltest dich nicht davor scheuen, unangebrachte Kommentare wie die von markus, hakan oder jermain zu löschen (da steckt wahrscheinlich eh eine einzelne Person hinter)

  60. boah ey… spart euch das mitleid für diesen emo-piraten-spacko. was für eine memme. ihr nennt euch piraten? seid ihr die studentenbewegung des tigerentenklubs?

  61. Echt heftig. Ein Kumpel hatte ein Schweizer mit, aber er durfte auf die Demo (vorm Roten Rathaus) mit Taschenmesser. Bei der Demo “Freiheit statt Angst” wurden wir gar nicht erst kontrolliert.

  62. Die Datensätze der Polizei steigen und steigen und irgendwann ist jeder Bundesbürger Erkennungsdienstlich aufgenommen.

    Die Festnahmemethode hat mich sehr an die Schicksale erinnert die Alexander Sloczinicyn in seinem Buch “Das Arichpel Gulag” beschreibt. Erstmal glaubt das Opfer an ein Missverständnis, und nach und nach merkt er das was faul ist. Da sitz er dann schon im Untersuchungsgefängnis und weis nicht mehr wie Spät es eigentlich ist.

    Ich finde die Polizei fährt bei Demonstrationen ein ziemlich Paranoide Spur.

  63. Deine erste Demo, nehm ich an?
    Erfahrenen Demo-Gehern ist bekannt, dass die polizei jeden noch so lächerlichen vorwand nutzt, um kritische Bürger/innen zu schikanieren. Ich rate dir für die zukunft, dich mal mit dem Demo-Guide der Roten Hilfe auseinanderzusetzen. Der hat schon Leben gerettet.

    Und was die dämlichen fieen Kommentare hier angeht: in letzter Zeit scheinen viele Trolle von der Polizei unterwegs zu sein, die die aktionen ihrer Kollegen schönreden wollen. Dass das alles noch schlimmer macht und noch mehr das Vertrauen in ihren Verein untergräbt, wenn man sich hinter “schwarze Schafe” stellt, kommt denen wohl nicht in den sinn.

  64. So’n Nerd-Trash wie dich brauchen wir nicht in Berlin. Bleib in deinem Kaff, Emo-Pirat. Demokratische Demonstranten bringen keine Messer zu Demonstrationen. Dir muss wohl einer erst beibringen, was Demokratie ist. Es ist echt dreist, wie hier versucht wird die Berliner Polizei runterzumachen.

    Du gefährdest nicht nur dich selbst, sondern auch andere Menschen, wenn du ein Messer zu einer Demonstration mitbringst. UND DA IST ES MIR SCHEISS EGAL ob das nun ein Taschenmesser ist oder ein Küchenmesser. Du hast sie wohl nicht mehr alle. Und dann auch noch dem Beamten demonstrativ sagen, dass du ein Messer bei dir hast. Idiot.

  65. Wo kommen eigentlich diese ganzen Spinner her,
    die sich darüber beklagen, dass der Autor “emo” ist.
    Von einfachen sachlichen Schilderungen von Emotionen
    Intellektuell oder emotional überfordert?
    Naja ich werde nie verstehen wie einige Menschen, dass
    zur schau stellen ihrer Sozialen Inkompetenz auch noch
    als stärke empfinden. Einfach nur peinlich.

  66. So beschissen es klingt, es ist gut, dass Du es geschrieben hast. Nicht nur für Dich selbst, um es zu bewältigen. Der Rechtsstaat muss sich da verteidigen, wo er von undemokratischen Kräften ausgehebelt werden soll – die Kommentare lösen bei mir teilweise Brechreiz aus – und er hat eine scharfe Waffe: das Grundgesetz.

    Die Solidarität zwischen uns Demokraten ist stärker als die Angst des Systems.

  67. Hättest du geschwiegen wärst du Integer geblieben! Det is Berlin, wir lassen uns nicht jeden Scheiß gefallen von Provinzlern, die meinen, sie müssten die Großstadt unsicher machen. Das Leben ist unfair. Aber noch lange kein Grund gleich Orwell-Orgasmus zu kriegen, ihr kleinen Nerd-Kinder.

  68. “Jeder der Beteiligten konnte sich darauf berufen nur Befehle und Anweisungen ausgeführt zu haben”
    Diese Ausrede hat schon früher einmal nicht geholfen. Jeder Mensch muss bei jeder Handlung selbst die _richtige_ Entscheidung treffen und dann gegebenfalls auch den Befehl verweigern. Ist in der Praxis dank vieler Arschkriecher und durchgedrillter Befehlsausführer in allen Ebenen nur leider schwer zu realisieren. Ich weiß, ist nicht genau das Ergebnis der Nürnberger Prozesse, aber geht in die Richtung.

    Und bitte denkt alle daran, dass die Leute, die hier was von “emo” schreiben, auch einfach nur von der Regierung oder entsprechenden weiteren Gruppierungen bezahlte Unruhestifter und Anstachler sein könnten.

  69. Substanzlos und Langweilig. Junge, meine kleene Schwester hat am 1. Mai mehr durchmachen müssen als du, und hat nicht geheult. Berliner Polizisten sind absolut okay (im gegensatz zu hamburg). grow a pair.

  70. Das ist ungeheuerlich, ich wünsche Ihnen, daß Ihr Anwalt alle Register zieht und alle zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausschöpft.
    Ich wünsche Ihnen Kraft und Mut auch dieses noch durchzuhalten.
    Gut, daß Sie das öffentlich gemacht haben.

  71. ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass es sich bei “kritischen” kommentaren um eine sonderabteilung der polizei für (anonyme) agitation und propaganda handelt. kannst du rausfinden über welche server (oder so, ich bin technisch nicht so fit) die kommen? vor’n paar wochen haben sie auf blogsport entdeckt, dass da klicks von einem polizeiforum kommen. wundern würd’s mich nicht. nicht mehr.

    Meine empfehlung: mach dich sache so öffentlich wie möglich. zur zeit läuft gerade ein kleine welle, die den Leuten die Augen öffnen können, was für einem brutalen haufen sie mit ihren Steuergeldern die Knüppel (pistolen, panzer etc.) bezahlen.

    Dich erwartet ja auch noch eine Anzige, wenn ich recht verstehe. Spätestens wenn die ins haus flatterst, solltest du dich an größere Medien wie taz, Frankfurter Rundschau, Süddeutsche wenden.

    Im moment ist die einzige chance auf einen halbwegs fairen Prozess, wenn Druck von der öffentlichkeit auf die Staatsapparate ausgeübt wird.

    Viel Erfolg und lass dir bloß nicht erzählen, du wärst an irgendwas schuld oder hättest irgendwas verkehrt gemacht. Das ist alles der versuch, hier pro-polizei-Propaganda zu machen. Und dafür kriegen wir sie auch noch.

  72. Unglaublich, was manche hier für Kommentare ablassen. Die gehen teils schon Richtung menschenverachtend.

    Ansonsten stimme ich Ormuz zu, sowas darf man sich nicht gefallen lassen! Nutz die vorhandenen Rechtsmittel!

  73. Naja, für ne Festnahme ist das wirklich noch recht harmlos verlaufen. Das macht die Sache aber nicht besser. Wegen deinen Datensätzen würde ich mal nicht zu optimistisch sein, du hast nur eine einzige Möglichkeit den Erfolg deiner juristischen Maßnahme auszutesten: Ein weiteres Verfahren, alle anderen Informationen bekommst du ja von der gleichen Interessengruppe, die die Daten momentan hat. Es wäre auch (juristisch) interessant, ob du damit in der Datei für politisch motivierte Kriminalität auftauchst. Glücklicherweise hattest du wohl ein Aussehen, das nicht ganz dem typischen Feindbild der Polizei entsprochen hat.
    Den Hinweis mit dem “Was tun wenns brennt?” kann ich mich anschließen. Wenn du dich noch genauer Informieren möchtest, empfehle ich dir mal das Buch “Wege durch die Wüste”, eventuell kennst du ja wen, der/die es dir mal ausleiht. Die technischen Vermerke sind zwar nicht mehr 100% up to date, aber die Schemas treffen noch immer zu.
    Auf jeden Fall war und ist es gut, dass du das öffentlich gemacht hast. Erstens wird es vielen ähnlich ergangen sein oder noch ergehen, die dann zumindest wissen, dass sie nicht alleine sind. Und zweitens ist das für dich (da du offensichtlich nicht in eine Struktur eingebunden bist, welche schon Erfahrung mit der politischen außerparlamentarischen Praxis hat) die wohl beste Variante um Unterstützung, und sei sie auch “nur” moralisch, zu bekommen.
    Ich wünsche dir mal alles Gute aber möchte dich vor einem zu ausgeprägtem Vertrauen in einen Staat und seine Organe nochmals warnen.

  74. Hm, ich glaub so hätte ich mich auch verhalten. Man rechnet ja mit Entgegenkommen und will die Polizei ja ihren Job machen lassen…
    Im Nachhinein hätte man evtl die Durchsicht des Rucksacks direkt verweigern sollen.
    Ich kann verstehen, dass Bewaffnete auf öffentlichen Veranstaltungen dementsprechend klar behandelt werden müssen… aber nach der “Beschlagname” war das ja eigendlich kein Thema mehr.

  75. Manche Leute kennen Gefühle ja nur derart, daß sie das Gefühl haben, mal wieder Dampf ablassen zu müssen.

    Dann sehen sie aus wie aufgeblasene Testosteronbullen, aber sie können sich nicht so feinsinnig äußern (mit Hufen scharren). Also sehen wir generös darüber hinweg.

  76. “Eike Scholz wrote:

    Wo kommen eigentlich diese ganzen Spinner her,
    die sich darüber beklagen, dass der Autor “emo” ist.
    Von einfachen sachlichen Schilderungen von Emotionen
    Intellektuell oder emotional überfordert?
    Naja ich werde nie verstehen wie einige Menschen, dass
    zur schau stellen ihrer Sozialen Inkompetenz auch noch
    als stärke empfinden. Einfach nur peinlich.”

    Wahrscheinlich ist das immer derselbe. Oder es sind Jungs aus der gleichen Klasse der gleichen Klippschule. Aber ich würde eher auf erstere Variante tippen.

  77. Auch wenn ich es durchaus unerfreulich finde was dir passiert ist und du mir auch ein wenig Leid tust, bist du wohl etwas zu naiv nach Berlin gefahren. Das wäre mir sicherlich nicht passiert.
    Hoffe dein Anwalt kann was regeln!

  78. Übrigens: Herablassende Formulierungen über Polizeibeamtinnen und -beamte solltet man sich dringend verkneifen.
    Auch wenn’s paranoid wirkt: man muss von der Annahme ausgehen, dass die angesprochenen mitlesen.

  79. “Auch wenn’s paranoid wirkt: man muss von der Annahme ausgehen, dass die angesprochenen mitlesen.”

    Ich gehe eher davon aus daß die hier Mitschreiben.Erkennt man an den Kommentaren die sie auf der Straße aufgeschnappt haben.

  80. Unglaublich sowas! Du durftest nichtmals den Grund erfahren wieso du überhaupt festgenommen warst. So wie sich das anhört sind die sozial auch ziemlich unkompetent.
    Aber die höhe ist immernoch der Freiheitsentzug und die Tatsache das du nach ewigem nachfragen gerademal neh billige Tasse Tee bekommst.

    Hoffentlich bekommst du dein zustehendes Recht!

  81. Soundtrack hierzu: Arlo Guthrie, “Alice’s Restaurant”.

    Und wenn Sie mal bei der Musterung gefragt werden, ob Sie schon einmal verhaftet worden sind, vergessen Sie nicht, diese Geschichte zu erzählen, “with full orchestration and five part harmony”.

  82. seid wann kann denn jeder x-belibige demokraten-partei-nerd zur roten hilfe rennen, wenn er so saublöd ist??? die piraten kümmert die linke bewegung einen feuchten scheiß. rote(!!!!) hilfe. schluß mit diesem der feind meines feindes ist mein freund-pseudo gedöööns
    bei allem was recht ist, aber n messer auf ne demo mitzuschleifen…die bullen verhielten sich wie immer! warum hier jetzt geheult wird? -nicht nachvollziehbar. ich hab noch keinen piraten auf ner anti-rep demo gesehen die von links organisiert war. und jetzt auf einmal solidarität einfordern?-lächerlich!!!

  83. Wir von der polizei haben alles richtig gemacht! selber schuld wen man so unfug macht. du musst dich unserer macht beugen! iun der demokratie macht die polizei alles richtig, sorgt für recht und ordnung und wer sich dagegen auflehnt ist antidemokrat!

  84. “iun der demokratie macht die polizei alles richtig”

    Lol- genau, das Konzept der Demokratie beinhaltet absolute Unfehlbarkeit der Polizei und jede Kritik daran ist undemokratisch. Da hat wohl jemand sein Handwerk in der DDR gelernt, was?
    Es bleibt zu hoffen, dass sich dahinter nur ein strunzdoofer Troll verbirgt, der nicht wirklich Repräsentant dieses Staates ist. Wenn nicht würde ich die Wiederholung des Sozialkundeunterrichts der 9. Klasse empfehlen.

  85. “iun der demokratie macht die polizei alles richtig, sorgt für recht und ordnung und wer sich dagegen auflehnt ist antidemokrat!”

    “No 9000 computer has ever made a mistake or distorted information. We are all, by any practical definition of the words, foolproof and incapable of error.” – HAL9000

  86. Bin zwar kein linker,aber würde auch zu einer Anzeige raten.Was sich die Polizei in der letzten Zeit erlaubt ist eindeutig zu viel.Man sieht nämlich öfter welche mit ihren Motorrädern auf Gehsteigen fahren,Behindertenparkplätzen zuparken(vor MC Donnalds),in Sackgassen gegen Fahrtrichtung durchfahren etc..Wenn meine Handycam nicht so langsam zu bedienen wäre, hätte ich einige von denen anzeigen können.Ich werde auch langsam das Gefühl nicht los,dass besonders die Berliner Polizei von Rechten unterwandert sein könnte.

  87. Mir wird richtig schlecht wenn ich manche Kommentare hier so lese. “Det is Berlin[...]” – vielen Dank, jetzt möchte ich meine beste Freundin wirklich aus Berlin raus holen. Wenn da solche Individuen rumlaufen…wirklich, echt grausam.
    Wer oder was auch immer hinter dieser Trollerei steckt ist entweder ein Kindskopf, der sich selbst gern schreiben sieht und dann vor seinen ach so coolen Freunden damit angibt, oder einfach nur zu bemitleiden. Sollten es gar Beamte der Polizei sein: Damit bekommt man sicher keinen Respekt, bestenfalls Mitleid.

    Mir fällt da eine verkappte Regel ein: “Wenn du merkst, dass du in einer Diskussion hoffnungslos versagen wirst, dann denunziiere den Gegenüber und versuche ihn mit Beleidigungen dazu zu bringen, sich so zu ärgern, dass du am Ende als der Klügere dastehst.”
    Hat ein gewisses Kleinkind-Niveau, aber leider wird diese Technik nur allzu gern angewandt.

    Trolle beiseite:

    Was dir dort in Berlin widerfahren ist, ist einfach nur unerhört. ich kann mich einigen Vorrednern nur anschließen und hoffe für dich, dass sich alles doch ein wenig für dich lichtet und dass du Druck machst. Mit einem Messer auf eine Demo zu gehen mag zwar wirklich blauäugig gewesen sein, aber das gibt trotzdem niemandem das Recht so zu handeln, zumal du es freiwillig rausgegeben hattest.
    Wenn jemand denkt, dass es gerechtfertigt war, wie die Polizei da gehandelt hat, dem sollte vielleicht auch mal soetwas widerfahren, am eigenen Leib merkt man ja meist erst wirklich, wie sowas ist.
    Ich werde ja leider auch das Gefühl nicht los, dass das nur der Auftakt zu einer Datenerfassung aller Bürger ist…denn jeder ist ja irgendwie ein potentieller Täter – sofern er nicht beim Staat angestellt ist, scheint es mir…

  88. Ich denke nicht dass der Troll / die Trolle sich unbedingt darüber bewußt ist, dass er ein Troll ist. Es gibt tatsächlich Menchen die in so einem Bild von sich und der Welt gefangen sind… Die halten ihre Eindimensionalität für eine Dreidimensionalität, was natürlich wesentlich tragischer ist, als über das was sie sich hier lustig machen.

    Was die System-frißt-Mensch-Erfahrung betrifft, erstmals vielen Dank für die detailreiche Schilderung und den Mut, das an die Öffentlichkeit zu tragen. Es wird bestimmt noch eine Weile dauern, bis du dich vollkommen erholt haben wirst, mit etwas Glück hast du kein Trauma davon getragen und dann wird das noch etwas nachhallen innerlich aber eventuell komplett verstummen.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und danke nochmals.

  89. Ich erinnere mich, wenn das lese, an eine Demo damals in Frankfurt, im Wald bei der Startbahn. Da haben sie massenweise Radkreuze beschlagnahmt und abends in der Hessenschau als “Waffen” aufgeführt. Der Beamtenapparat kann schon manchmal ganz schön schimmelig sein….

  90. Das, was Dir widerfahren ist, kann man nur als Sauerei bezeichnen.

    Andererseits denke ich mir, dass sowohl das Verhalten des nun berühmten Fahrradfahrers auf besagter Demo (ganz entschieden wollte der Radler zum Zwecke einer Anzeige im Polizeipulk von einen Polizisten die Dienstnummer einfordern), wie auch Dein Verhalten als ‘leicht blauäugig’ gesehen werden könnte.

    Ich meine, richtiger wäre es gewesen, vor der Teilnahme an einer DEMO, solch einen Gegenstand zuhause zu lassen. Laut Deiner Schilderung wurdest schließlich DU dann zwecks der Personenkontrolle VON DER POLIZEI angesprochen.

    Übrigens, wäre es später zu irgendwelchen Verhaftungen bzw. zu Personenfeststellungen wegen irgendwelcher Ausschreitungen zum Fund des Tools gekommen, hätte man Dir u.U. noch viel mehr Probleme bereiten können.

    Ich selbst würde auf einer Demo ganz bewusst darauf achten, was ich mitführe. Und mein persönlicher Grundsatz ist es, niemals ohne Not mit Polizeibeamten zu diskutieren. Vielleicht ist es ja mein Lebensalter und die entsprechende Erfahrung, dass ich unsere Freunde und Helfer nicht mehr ganz unkritisch sehe.

    Aber Dein ausführlicher Beitrag und auch die anderen Postings und Videos rund um diese Demo markieren den richtigen Trend: Wir sind vernetzt und laut. Anonymes Verprügeln von Demoteilnehmern und andere Repressalien seitens der Polizei bleiben nicht mehr ohne juristische und dienstrechtliche Folgen.

  91. Hallo,

    hier sieht man aber überaus deutlich, was dieser Kadavergehorsam der Polizisten ihren Vorgesetzten gegenüber für Gefahren in sich birgt, was von “oben” kommt wird ausgeführt – das sollte uns zu denken geben.

    Gerät man in diese Maschinerie gibts erst mal kein Entkommen.

  92. Ich kenne diesen Schmarrn seit mir meine Mutter mit 14 meinen Kinderausweiß gegeben hat. Durch ständige Polizeikontrollen bei denen ich mich nicht ausweisen konnte genötigt.

    Nichts an deinem Bericht kann ich wirklich überraschen, weil die von dir beschriebene Realität schon lange die meine ist – ich werde pro Jahr ca. 10 Mal verdachtslos kontrolliert und das seit 15 Jahren. Macht gute 150 Personenkontrollen bei denen _nie_ irgendetwas gefunden wurde was man mir vorwerfen kann. Nur mein Gesicht scheint im Polizeihandbuch unter “verdachtslose Personenkontrolle angebracht” abgedruckt zu sein.

    Kein normaler Mensch glaubt einem wie Menschenunwürdig das sein kann.

    Du hast grade die rote Pille geschluckt, ab jetzt darfst du niemals vergessen auf die Frage ob du schonmal was mit der Polizei zu tun hattest auf keinen Fall mit “Nein” zu antworten. Einen Funkspruch später wissen sie’s sowieso und dann sind sie echt pissig.

  93. Das was Dir passiert ist, ist schlimm aber Normalität. Schade finde ich, dass Du als Teil der Reflexion Deiner Erlebnisse auch noch Verständnis für die willigen Beamten, die sich an Deiner “Freiheitsberaubung im Amt” beteiligt haben, aufbringst.

    Diesen Machtmißbrauch mit einem Achselzucken zu begleiten und mit Argumentationen wie “Anweisung von oben” durchzuziehen hat absolut nichts mit einem sogenannten Rechtsstaat zu tun.

  94. Das schlimmste wäre es jetzt, durch Angst für den Rest Deines Lebens mundtot zu sein. Du hast das Erlebnis sehr sachlich und glaubwürdig geschildert.
    Polizisten sind KEINE Bürger in Uniform, wenn sie sich so verhalten. Vielleicht denken viele von ihnen in Begriffen wie “DIE und WIR”. Das Menschliche, Sorgen und Nöte des anderen, werden irgendwann nicht mehr wahrgenommen. Ich glaube nicht, dass die Polizisten, die dich vernommen haben, schlechte Menschen sind. Ich denke es waren müde, faule, genervte oder überforderte Menschen, die Dich nicht als Menschen wahrgenommen haben, sondern einfach vom Schreibtisch bekommen wollten. Dem gleichen Verhalten begegnest Du auch in Behörden, Krankenhäusern, Schulen,…
    Alles Gute!

  95. Natürlich ist es doof, mit einem Messer auf eine Demo zu gehen. Aber ich kann das auch verstehen, ich gehe normalerweise auch nicht ohne Schweizer Taschenmesser aus dem Haus und gebrauche das relativ häufig (für Reparaturen, nicht um Leute abzustechen). Insofern gehört es einfach dazu und man denkt nicht drüber nach.

    Die Maßnahme der Polizei ist deutlich übertrieben. Immerhin hast Du den Leatherman freiwillig genannt und dort abgeben wollen. Die haben ihn nicht bei einer Durchsuchung gefunden, Du hast keinen Stress gemacht. Dich dafür auf’s Revier mitzunehmen, stundenlang einzusperren und nicht einmal zu sagen, was Dir vorgeworfen wird, ist ein Unding. Da muß sich dringend etwas ändern in den Behörden und in der Politik. Auch darum müssen sich die Piraten kümmern!

    Dieser Bericht wird für viele Leute, die einmal die Woche auf einer riesigen Demo sind, nichts Neues bieten und vielleicht kindisch/emo/sonstwie rüberkommen; man sieht es an einigen Kommentaren. Aber der „Normalbürger“ (wie ich) hat von diesen Dingen nunmal keine Ahnung, weiß nicht welche Rechte er selbst und die Beamten haben. (Polizeiarbeit kennt man meistens eh nur aus dem Fernsehen.) Statt hier rumzustänkern, sollten sich diese Profidemonstranten doch freuen, daß solche Vorkommnisse mittlerweile (auch dank des Internet) bei „Normalmenschen“ bekannt werden und Forderungen zur Änderung solcher Vorgänge aufkommen.

    Bitte halte uns auf dem Laufenden, was aus der ganzen Sache (Dein Anwalt, Anzeige, usw.) geworden ist.

  96. “Befehle von Oben” das war eine gängige Ausrede von Soldaten und Beamten der Wehrmacht und der Grenzsoldaten bzw. der Mitarbeiter der Stasi der ehemaligen DDR. Beide sind von unserer Regierung als Unrechtsstaat verurteilt.

    Ist unser Staat auch ein Unrechtsstaat ?

  97. Auch die völlig überzogenen und ständig weiter verschärften Regelungen zum Thema “Waffen” haben mit Bürgerrechten zu tun. Das sollte jetzt jedem klar sein. Denn diesen Stress kann man nicht nur auf einer Demo haben sondern auch in den sogenannten “Waffenverbotszonen” Hamburgs oder (wenn es eine Einhandklinge ist) in ganz Deutschland.
    Natürlich ist es notwendig, dass der Staat an bestimmten Stellen regulierend eingreift oder Verbote ausspricht, wenn es um Waffen geht. Aber dass man bald nicht mehr mit einem Nagelknipser in der Tasche spazieren gehen kann, ist einfach absurd und fügt sich nahtlos in die politische Atmosphäre des Jahres 2009, die man getrost als “zweiten deutschen Herbst” bezeichnen kann.

  98. Übrigens… wo ich hier immer “rot” und “links” lese. Es sind gerade die “linken” Parteien (also Grüne, SPD, Linke), die dafür sorgen (wollen), dass man NIRGENDS mehr mit einem Leatherman im Rucksack rumlaufen kann, ohne als Krimineller zu gelten. Das nennt sich dann “Waffenverbot”, bezieht sich aber ausdrücklich auf Taschenmesser und alle anderen Gegenstände, die “als Waffe geeignet” sind, also wie im Versammlungsrecht.
    Hamburg: http://www.welt.de/welt_print/article2861049/SPD-fordert-waffenfreies-Hamburg-fuer-das-ganze-Stadtgebiet.html
    Bremen: http://www.szenenight.de/cityflash-bremen/spd-fordert-striktes-waffenverbot.html
    Wie gesagt, schon heute bekommt man eine Anzeige, wenn man auf dem Kiez mit dem Leatherman erwischt wird. Schwachsinnig.

  99. Eigentlich illustrieren Deine Erlebnisse sehr schön den Hintergrund der «Freiheit statt Angst» Demo: ein normaler, unbescholtener Bürger, der nichts Böses im Schilde führt, darf keine Angst davor haben müssen, unwissentlich oder versehentlich einen Grund für die eigene Verhaftung zu liefern. Denn wir sind Menschen, und Menschen machen auch mal Fehler. Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein.

    Aber laß Dir eines gesagt sein: durch das Publizieren Deines Berichtes hat Du 1000mal mehr bewegt als wenn Du einfach nur bei der Demo mitmarschiert wärst.

  100. Ich kann sehr gut verstehen wie du dich während und nach deiner Verhaftung Gefühlt hast. Ich selbst habe auch schon solche Erfahrungen gemacht, im Hamburger Kessel oder Brockdorf.

    Es zeigt nur wie schnell aus einem “Freund und Helfer” ein williger Knecht wird. Blind und bedingungslos seinem Herren folgend. Danach wird der Nachwuchs der Polizei ja ausgewählt und trainiert. Ausgewählt werden nur Menschen die leicht bereit sind Verantwortung an Vorgesetzte abzugeben, und trainiert werden Sie darauf das ja die Dienstleitung schon wissen wird was sie tut.

    Glaubt du wirklich das auch nur ein Polizist kündigen wird wenn z.b. Radfahren illegal wird und er jetzt Radfahrer verhaften soll, oder Brillenträger, oder Menschen die mit einem gelben Stern makiert sind.

    Die Polizei in diesem Land ist auch nichts anders als die Polizei in den USA, Iran oder China. Genau die gleichen Leute mit genau den gleichen Einstellungen. Der Polizist in den USA der die Mutter von 3 Kinder vor deren Augen niedergetaesert hat weil sie aus dem Auto gestiegen war und der Polizist im Iran der Demonstranten gefoltert hat, auch der Chinesische im Stadion der gleich in den Hinterkopf des vor ihm knienden Gefangenen schießt oder eben der Polizist in Berlin der ohne zu denken Menschen einsperrt haben alle eines gemein.

    SIE MACHEN DOCH NUR IHRE ARBEIT !!!!

    Die Polizei ist nicht die Lösung, Sie ist Bestandteil des Problems.

    Ich würde mir wünschen das du die Courage hast gegen die Polizei vorzugehen, kann aber auch verstehen wenn du es lieber lässt. Die folgen bei einer Anzeige gegen die Polizei können dramatisch werden. Das kann dazu führen irgendwann nachts ein MEK Komando in deiner Wohnung steht, was unserer WG in Hamburg schon passiert ist. Mal abgesehn davon das dein Auto permanent abgeschleppt wird und lauter solche Sachen. Und wenn du glaubst das das ein Witz ist oder übertrieben versichere ich dir, das ist es nicht.

    Frei nach Berthold Brecht:

    Wenn Unrecht zu Recht wird dann ist Widerstand Pflicht.

    Greetz
    Rick

  101. Was mich wundert: Finden das alle NORMAL, dass man nicht mal mehr mit einem Werkzeug herumlaufen kann, weil gerade irgendwo eine Demo ist? Sowas gab es früher (ja ja ich weiß…) im Bonner Hofgarten oder in Brokdorf 1976 nicht. Inzwischen ist es eben soch so, dass der Bürger per se als potenzieller krimineller gesehen wird. Und dabei haben alle Parteien mitgemacht.

  102. Was da wohl mir passiert wäre? Ich habe auch immer verschiedenes Zeug dabei, auch eine Messerklinge. Richtig ärgerlich könnte das werden: Ich gehe ein bisschen abseits, krame in den Taschen rum, mache ein paar Notizen. Bei einer Kontrolle habe ich einen Geigerzähler in der Tasche. Was wird passieren, wenn ich z.B. einer Überwachungskamera im Bahnhof oder im Kaufhaus auffalle? Wird man es akzeptieren, wenn ich sage: “Ein physikalisches Experiment”? Ich habe wirklich keine Lust, Näheres zu erklären. Was dann? Hausdurchsuchung? In so einer “Bastlerbude” findet man dann bestimmt irgend etwas Verbotenes.

    Man dachte bisher, solange man nichts Verbotenes macht, kann letztlich nichts passieren. Das ist wohl falsch. Erstens kann man einfach auffallen. Bereits das hat Konsequenzen. Und bei bösem Willen findet man immer irgend etwas tatsächlich Verbotenes. Dass man bei einer Demonstration ein Universal-Werkzeug nicht mitnehmen darf, darauf wäre ich nie gekommen. In London säße ich wohl längst hinter Gittern. Man stelle sich vor: In der U-Bahn mit Geigerzähler erwischt!

    Schleichend verändert sich das Denken. Man wird unsicher. Man fragt sich, ob man auffallen könnte. Welche Folgen das wohl hätte. Ob man zu Hause Verdächtiges oder Verbotenes rumliegen hat. Allein die Möglichkeit, dass es Ärger geben könnte, macht vorsichtig. Dann wieder sage ich mir: “Soll es doch passieren!” Letztlich habe ich doch nichts Verbotenes gemacht. Dann der nächste Gedanke: “Besser doch unauffällig bleiben. Das Chemikalienrecht wurde drastisch verschärft. Da steht doch noch altes Zeug im Regal…”

  103. Ist es naiv, bei einer Demo ein solches Werkzug mitzunehmen? Das sehe ich nicht so. Wer mit Waffen nichts zu tun hat, wer in Kategorien von Werkzeugen denkt, der kommt gar nicht auf die Idee, darin eine Waffe zu sehen. Dass bei Demos so enge Einschränkungen bestehen, das wusste ich bis jetzt nicht. Eine Demonstration ist ein geradezu “heiliges” Grundrecht in der Demokratie. Eine Demonstration ist auch nicht per se gewaltverdächtig, bei einem solchen Thema bestimmt nicht. Über einige Kommentare hier muss ich mich sehr wundern.

    Wer kennt schon alle Vorschriften? Es kann plötzlich sein, dass man sich tatsächlich strafbar gemacht hat. (In diesem Fall wohl nicht.) Im Paragrafen-Dschungel ist für jeden eine Falle dabei. Wenn man “Glück” hat, kommt das berüchtigte “Einstellen des Verfahrens gegen Bußgeld”. Der Staat behält recht, der Betroffene muss noch froh sein, dass es dabei bleibt.

    Besonders verletzend sind die in solchen Fällen immer fälligen “selbst-schuld”-Kommentare. Ob privat, ob Leserkommentare im Internet, die “selbst-schuld”-Kommentare kommen mit Sicherheit. Was ist das für eine Rechtsauffassung?!

  104. Ganz klar.

    Dein Vergehen ist es, aktiv im Web deine Meinung kundzutun.
    Öffentliches Profil beider Piratenpartei ?!

    Ich geh davon aus, dass durch die kontrolle deiner Personalien ein kleines “verdächtige Internetnutzung” Leuchtchen geleuchtet hat.

    Prinzipiell gins wohl eher darum, deine Daten eben auch in der LKA Datei festzulegen.

    Davon gehe ich aus.

    Alles in allem, mein MItgefühl.

  105. Manmanman.

    Das ist schon schlimm, was dir widerfahren ist. Allerdings kann ich die Reaktionen einiger Aktivisten hier nicht verstehen.

    Ist eure “Polizisten sind fastSoldaten sind fastMörder” Mentalität Bestandteil Eurer Welterklärung oder einfach nur Kanalisation für Nichterfolg? Ist Anarchie denn besser? Leute, wir sind im 21ten Jahrhundert!

    Würdet ihr es gut finden, wenn ein Landser Konzert von Leuten besucht wird, die ihre “Werkzeuge” mitbringen dürfen und niemand ein Auge drauf hat? Es gibt Situationen, in denen man einfach einige Sachen nicht bei sich führt und so ist es auch mit einem Leatherman Tool. Wenn man auf ne Demo geht bleibt das zu Hause. Das weiss nun woh lauch der Verfasser.

    Was passiert ist, ist sicherlich kritisch zu hinterfragen und die Einhaltung des Rechtsgefüges von einem Anwalt zu verfolgen und letztendlich von einem Richter sicherzustellen. Aber die Floskel “ich tue meinen Job” mit Diktaturen gleichzustellen ist nun wirklich zu kurz argumentiert. Diese Aussgae wird man von jedem Angestellten / Arbeiter / Beamten hören, der seinen Job nicht aus intrinsischer Motivation heraus ausübt.

  106. Herzlichen Dank für diesen Bericht, auch weil er sich in Form und Ton eignet, Menschen zu überzeugen, die sonst schnell mit “das passiert doch nur chaoten” bei der Hand sind. Gemäßigt, nachvollziehbar, und um so schockierender.

    Erhol Dich gut und Dir und Deinem Anwalt viel Erfolg.

  107. Da sieht man’s mal wieder.
    DU hast mit dieser krassen Aktion unsere Steuergelder einer sinnvollen Verwertung zugeführt und zahlreichen Polizeibeamten ihren hochqualifizierten Arbeitsplatz erhalten.
    Weiter so!

    DU bist Dojtshlant.

  108. Die absolute Gesetzeshörigkeit einerseits der Beamten, aber auch der Bürger ist insofern erschreckend, weil ein Gesamtbild eines Vorgehens gegen einen Einzelnen verloren geht. In dem Fall des Demonstrationsteilnehmers, der wegen Mitführens eines Messers ein paar Stunden festgehalten wurde, sind die Folgen für den Betroffenen noch harmlos. Verglichen mit den Folgen, die als Reaktion auf einen Drogenfund entstehen, sind diese vollkommen harmlos. Der Besitzer einer nur geringen Menge von Cannabis durchläuft diesselbe Prozedur, während aber die Beamten sich noch dazu als Helfer aufführen, die den Täter behandeln wie einen Verbrecher, dem durch die Behandlung Hilfe zuteil wird. Keiner der Beamten ist bereit, die eigenen Handlungen zu hinterfragen und es werden laut den Berichten von Betroffenen solche Fragen gestellt, die tatsächlich Sache eines Mediziners oder Psychotherapeuten wären. Ganz schnell kann die Polizei dann mit dieser Kette an routinemässigen Schritten einem Jugendlichen die Zukunft verbauen. Wer allzu sorglos dann auf solche Fragen nach Zeitraum und Intensität des Konsums geantwortet hat, wird von einer Anklageschrift überrascht, in der die Menge aus der vergangenen Zeit und der gewohnten Menge errechnet wird. Da kommen schnell auch mal ein paar Hundert Gramm zusammen.

    Selbst vor Gericht kann man noch beobachten, wie vollkommen bornierte Juristen versuchen, den Tätern zu helfen, die damit zu Opfern der Justiz werden. Es hilft auch nicht wirklich, sich dabei auf Gesetze zu berufen, deren Grundlage höchst zweifelhaft ist, wenn vielfach die Weichen für eine “Drogenkarriere” gestellt werden durch die ganze Vorgehensweise der Justiz. Die Grausamkeit, mit der schliesslich die Gebraucher von Opiaten oder Kokain “behandelt” werden, wird damit gerechtfertigt, dass derjenige quasi durch den Gebrauch selbst die Konsequenzen dafür zu verantworten hat, die durch das Wegnehmen der Substanz entstehen. Teils wird der erbärmliche Zustand unter Entzugserscheinungen sogar dafür missbraucht, Aussagen zu erpressen, indem man den “Süchtigen” in die Untersuchungshaft schickt. Falls die Zeit im Polizeigewahrsam nicht ausgereicht haben sollte.

    Bei eingehender Betrachtung der Praktiken wird klar, wie wenig diese Methoden mit Rechtsstaatlichkeit oder Demokratie zu tun haben können. Aber jeder der Komplizen innerhalb der Justiz und die gesamte Mannschaft derer, die ihren Lebensunterhalt mit der “Verarbeitung” solcher Menschen verdienen, verdrängt die unbestreitbaren Zusammenhänge, die auch durch die einschlägige Wissenschaft längst als bewiesen gelten können. Man muss nur genügend Menschen durch finanzielle Beteiligung mit ins Boot holen und plötzlich bedarf es keiner Rechtfertigung mehr, die einer Überprüfung standzuhalten in der Lage wäre. Dabei handelt es sich aber keineswegs um eine speziell “deutsche” Eigenschaft, denn diese Phänomene sind auf der ganzen Welt zu beobachten.

  109. Wenn die Zeit eine andere gewesen wäre und der Ort, dann schilderte dieses Erlebnis sehr glaubhaft eine Geschichte aus dem “Unrechtsstaat DDR”. Aber zum Glück haben wir ja heute einen “Rechtsstaat”, da kann so etwas natürlich nicht passieren, also höchstens ausnahmsweise durch “Verquickung unglücklicher Umstände” oder so. Zumindest kann man ja (wenn man finanziell dazu in der Lage ist) mit Hilfe seines Rechtsanwaltes irgendetwas mit irgendeinem Ergebnis im Nachhinein tun.
    Es wird höchste Zeit aufzuwachen, allerhöchste Zeit

  110. Danke für diese ausführliche Schilderung deines Erlebnisses. Ich hoffe, du konntest dich inzwischen schon etwas erholen!

    Hältst du die Öffentlichkeit über eventuelle Verhandlungen auf dem Laufenden? Dann können wir unsere Solidarität bekunden, indem wir dich zB vor Ort bei der Verhandlung o.Ä. unterstützen. Rückenstärkung hast du auf jeden Fall!

    Beste Grüße und alles Gute!

  111. Bedanke dich bei denjenigen, die ein Messer mitführen und auch gewillt sind es zu dem Zweck einzusetzen, zu dem es ursprünglich gedacht ist. Bedanke dich bei denjenigen, die solche “Veranstaltungen” dazu missbrauchen, um einfach nur mal die “Sau rauszulassen”, dem persönlichem Frust freien Lauf zu lassen und politische (Fehl)Entscheidungen, Nazis und was auch immer nur als Vorwand nehmen. Denn eigentlich ist es ihnen scheiß – e – gal.

    Aber mal ehrlich: Was machst Du mit einem solchen „Werkzeug“ in einer Großstadt auf einer Demo?! Wolltest Du dir einen Spazierstock schnitzen, eine Mutter festziehen oder die Fingernägel feilen oder … k.A. was da noch alles dranne ist … Ich dachte Du bist Dipl. Ing.? Wozu braucht man so etwas!?! Was glaubst was die (Polizisten) “denken” wozu so etwas “gut” sein kann. Soviel Verstand solltest Du haben. Alleine schon wegen der bekannten Flughafenschikane.

    Und wie lange warst du im Verließ … ähhh … ich meine in der Zelle?!? Sechs Stunden? Acht Stunden? Euch allen geht’s wohl zu gut oder was?!? Demonstriert doch mal in Afrika, den meisten teilen Asiens oder Südamerikas. Was glaubt ihr was euch da bei einer Verhaftung widerfährt? Da verläuft die Befragung dann doch … sagen wir … etwas anders. Aber immer über dieses Land meckern. Für sein Recht kämpfen … das hast Du wohl getan in 6-8 Stunden Einzelhaft mit Formularen und so: WOW! Über dieses Opfer von dir regst du dich so auf? Aber uns geht’s ja allen so schlecht hier… Diejenigen, die dort demonstrieren gehen … das ins ein ganz anderer Schnack … alles Witzfiguren hier. Aber das versteht ihr nicht. Hört z.B. mal einfach zwei Tage lang auf zu essen. Zwei lumpige Tage. Eigentlich reicht einer. Dann wird das, worüber ich spreche, nachvollziehbarer … essenzieller. Du solltest froh sein das dein Opfer nur in Form von etwas verlorener Zeit erfolgt ist. Das sollte es dir, das sollte es euch Wert sein!

    Und dann die Polizei. Ich kann die Typen auch nicht leiden. Zu viel schlechte Erfahrungen. Aber es ist Wochenende und die müssen sich mir solchen Idioten rumärgern (s. oben: “die Sau rauslassen”). “Und dann kommst Du mir einem Messer.” Falsche Zeit und Falscher Ort würde ich sagen. Das du keine schlechten Absichten hattest steht außer Frage!

    Und ja: Zum Glück gibt es in der Polizei eine Hierarchie! Wie viele sollen denn entscheiden oder besser gesagt wie lange und willkürlich soll dieser Prozess sein?!? Zum Glück sind wir hier nicht in irgend einer Bananenrepublik mit Kokosnusspolizisten. Unsere Polizei hällt sich noch sehr sehr zurück damit sich der Mob abreagieren kann. Anderswo wird in die Menge geschossen. Wer sich dadurch angesprochen fühlt sollte mal anfangen nachzudenken.

    Und nein ich bin kein Nazi! Und auch kein Linksfaschist. Beide Gruppen sollte man verschachten. Ihnen etwas Verstand einbläuen. Bedenkt: Ich habe gesagt verschachten und einbläuen und nicht: an die Wand stellen! Denn sie sind tragen nicht gerade zum Wohl der Allgemeintheit bei. Und das ist es ja, wofür ihr eintretet oder: Demokratie.

  112. Mein Mitgefühl! Ich bin absolut empört über die Geschichte und kann einerseits auch Reaktionen und Kommentare hierzu verstehen, die weniger emotional sind – dennoch darf man sich nicht desensibilisieren lassen angesichts der psychischen Polizeigewalt.

    Ich sehe durchaus eine Taktik darin, mutmaßlich sporadische Demogänger nachhaltig zu traumatisieren oder zumindest einzuschüchtern, um die Gruppe der poltisch Aktiven kleinzuhalten. Nicht umsonst nimmt die Härte gegen Demonstrationen insgesamt zu schon sehr bürgernahen Themen wie des Datenschutzes spürbar zu.
    Deswegen möchte ich Kommentaren widersprechen, die die Ursache der beschriebenen psychischen Drangsalierung monokausal in der teilweise chaotischen oder zumindest undurchsichtigen Befehlsstruktur der Polizei sehen.
    Ich denke schon, das geschieht alles nicht durch Zufall.

  113. Nehmen wir die Vorkommnisse in Ansbach: Früher, also in den 50ern oder 60ern gingen maximal zwei Schutzleute in das Schulhaus zu dem Jungen, gaben ihm eine Watschn und nahmen ihn mit. Heute kommt eine Hundertschaft martialisch ausgerüstet und ganz in schwarz mit Maschinenpistolen und schießen dem Jungen aus der Entfernung 4-5 Mal in die Brust. Warum das? Ich glaube um dem Volk Angst einzujagen und die Staatsmacht zu demonstrieren. Im Kopf haben diese Polizisten nur Knochen, kein Gehirn obgleich sie angeblich optimal ausgebildet sein sollen. Ich glaube eher, dass denen die Reste ihres anfänglich kleinen Gehirns auch noch wegexerziert worden sind.

  114. Wenn ich schon das Wort “früher” lese…. Frühe gab es Dresche, Hausarrest und später auch Fernsehverbot, wenn man aus der Schule schlechte Noten heimgebracht hat. Heute wird der Lehrer verklagt.

    Und dann wundern sich alle, wie schlecht die Gesellschaft, wie böse die Polizei usw. ist ?!?

    Fangt zu Hause an, euch zu ändern!

  115. Da die Frage aufkam wofür braucht man einen Leatherman:

    Apfelschneiden
    Probe aus dem Gefäß kratzen
    Am Rechner schrauben
    Appaarur öffenen Apparatur schließen
    Eine verzunderte Schraube mal ein bisschen bearbeiten.
    Mit dem Ding was lose klopfen.
    zettelbeschwerer auf dem schreibtisch.
    Meiner hat nen maßband aufgedruckt zum schnellen nachmessen toll weil mein Büronachbar wieder das lineal entführt hat
    mit der spitze irgendwo hinterhaken um was abzulösen
    und vieles mehr…..

    Ich als Ing. möchte nicht immer schreiend durch die Institute rennen um den letzten verbleibenden Werkzeugkoffer zu suchen.

    Genau aus dem Grund (s.o.) oben hab ich aufgehört mein Leatherman mit mir zu führen. Da ich gerne in die Verdachtsunabhänge kontrolle gerade und in berlin innennstadt muss man immer damit rechnen das die eine oder andere Demo vorbei zieht.

    ES nervt, also das mit dem Werkzeug.

    Und dann noch mit der passivenschutzbewaffnung…. Einige von den paragraphen des ASOGs hab ich auch auf die schmerzahfte Art gelernt. Man darf eigentlich nur im feinen Anzug auf die Demo und dann auch nur wenn er nicht schwarz ist und genug individuelle Merkmale hat.

  116. Alta, hassu weische Bine oda was? Begibssu disch in voll krasse Gewalt von Bullissei freiwillig? Kannsu froh sein, dassu nisch geschickt wurdest nach Guantánámo, guckst du!

    Schon mal gelesen De Prosess von Franz Kafka, Alta?

  117. Was denkst Du warum Du verhaftet wurdest?

    Ich will keine schwarzmalerei betreiben. Aber für mich sieht es aus, dass Du in einem Raster hängst.

    Wenn Dein Name bei der Polizeikontrolle eingegeben wird, ist eine Gefährdung der Sicherheit oder so zu lesen.

    Wenn man sich als Staatsdiener Deinen Blog anschaut, sieht man dass Du ein “Regierungsgegner” bist. Du bist gegen beschlossene Gesetze.

    Jetzt bist Du unter beobachtung.

    Verbrecher ;-)

    Jetzt mal Zynismus bei seite. Ähnliches ist mir auch passiert. Habe mich gefragt, was das soll. Habe meinen Anwalt direkt vorbei kommen lassen. Das war teuer und hat nichts gebracht.

    ERGO: Hier werden Sie geschult zu spuren oder Sie bekommen eine kleine Lektion Herr BUNDESBÜRGER

    Alles gute, lass Dich nicht einschüchtern.

    Versuche das als Mertürer zu sehen.

    FREIHEIT !!!

  118. also leute, was hier einer erlebt hat, ist eine einschüchterungsmaßnahme. es ist kein fehler in der befehlskette, kein fehlverhalten einzelner polizisten, keine willkürliche schikane. Es ist absicht. Dass die erzählung davon sich verbreitet, ist einkalkuliert und auch beabsichtigt. Es soll ja auch abschreckend wirken. Die einschüchterung soll möglichst kollektiv, flächendeckend sein. Gegen die staatsmacht zu protestieren, seine eigenen interessen zu vertreten, soll unangenehm und risikobehaftet erscheinen. Insofern ist der vorgang kein kennzeichen einer bananenrepublik oder eines unrechtsregimes, sondern eines modernen obrigkeitsstaates.
    Nützliche tipps gibt es übrigens hier: http://www.rote-hilfe.de/infos-hilfe/rechtshilfetipps – aber sie helfen nur VOR dem besuch einer demo.

  119. Hallo in die Runde,

    nach den Schilderungen, kombiniert mit meinen eigenen Erfahrungen und dem Wissen über Regierungsterror (Gladio, etc) kann ich nur zu dem Schluß kommen, daß es sich hier um
    strukturelles MIHOP handelt. Genau wie in jeder Diktatur ist der Apparat so aufgebaut, daß der Einzelne Beamte sich immer schön mit Verweis auf die Hierachie rausreden kann und aufgrund seiner Überlastung garnicht erst seriös arbeiten kann.

    In meinen persönlichen Erfahrungen mit der Polizei (AFK’en) ist mir eine deutliche Korrelation zwischen Alter und Verhalten aufgefallen: während ich die älteren Beamten durchweg als sehr freundlich und ehrlich erlebt habe, sind mir überwiegend die Jüngeren mit übermäßigen Durchsuchungen, Unfreundlichkeit, haltlosen Vedächtigungen bishin zu Drohgebärden aufgefallen. Mir scheint, als würde seit einiger Zeit der Nachwuchs bewußt darauf konditioniert, während die Altgedienten noch eine ganz andere Ausbildung hatten.

    Der Vorfall zeigt einmal mehr denn je: wir alle haben etwas zu verbergen, und für jeden ist dieser Apparat potentiell gefährlich.

    Ich kann nur jedem Opfer raten, sich niemals klein kriegen zu lassen und notfalls bis zur letzten Instanz zu gehen, begleitet mit mögilchst breiter Öffentlichkeit.

    gruss

  120. Schlimm, was Dir passiert ist, aber willkommen in der Realität von Polizeigewalt und Repression. Nicht nur auf und am Rande von Demos, auch bei Raves und Parties zum Beispiel. Gerade die Berliner Robocops sind berüchtigt für ihr brutales und unmenschliches, unverhältnismäßiges Vorgehen. Das Problem ist meines Erachtens die Kultur in der Polizei: deutsche Polizisten haben offenbar amerikanische Copfilme als Rollenmodell. Hooligans in Uniform sind keine Ausnahme, und sie werden von ihren Kollegen gedeckt. Es gibt keine Whistleblower. Das ist nicht naiv, denn wenn man sich britische oder australische Bullen ansieht ist man überrascht, mit wieviel Respekt, Höflichkeit, gesundem Menschenverstand und Hirn sie ihr Gegenüber behandeln. Prolos have more fun, und “Bullen sind auch nur Menschen” und haben meines Erachtens oft Angst und sind von Situationen überfordert. Dann muß sich verdammt nochmal etwas an ihrer Ausbildung ändern und an der Polizeikultur, denn meine Auffassung von Rechtsstaat umfaßt keine Toleranz für Korruption, Inkompetenz und Polizeigewalt in der Exekutive! Ich weiß, daß die Realität anders aussieht und von der Politik gedeckt wird, aber meiner Vorstellung von Demokratie entspricht sie nicht.

  121. Vorweg: Deine Geschichte tut mir wirklich Leid und es klar zu sehen, dass ein stumpfsinniges Befolgen von Befehlen und Anordnungen “von oben” ohne jegliche Menschlichkeit und das erforderliche Feingefühl, dass ein “Ordnungshüter” haben sollte, auch durch Maschinen erledigt werden kann.

    Aber es hätte noch schlimmer kommen können.
    Polizeigewalt bei der Demo “Freihatt statt Angst”
    seht euch mal folgendes Video bei YouTube an:
    http://www.youtube.com/watch?v=DoXefwQuNSc

    Hier wurde alle Grenzen ganz klar überschritten und dem muss ein Riegel vorgeschoben werden. Polizisten dieses Landes sind scheinbar der Meinung dass sie priveligierte Menschen sind und straffrei aus solchen sachen kommen denn: “sie tun ja nur ihren job”

    Pfui Teufel
    Bananen-Republik Deutschland !!!

  122. Hallo Alios, ich grysse Dich!

    Deine Schilderung des Vorfalls weckt bei mir Erinnerungen an meine Bundeswehrzeit :/
    Ich fyhle und leide mit Dir!
    Bei “Ich gestattete ihm dies ebenso freundlich.” und “Ich willigte ein.” schrillten bei mir die Alarmglocken. Da haette ich Dir wohl mehr zugetraut ;) Schliesslich lebst Du ja nicht erst seit gestern auf dem Knastplaneten…
    Naja jetzt kaemen alle Ratschlaege zu spaet, darum das naechste Mal besser vorbereitet sein.

    Gruss aus HH

    PS: “Die” koennen ja schon eine c’t unter der Jacke als ‘passive Bewaffnung’ interpretieren… Irgendjemand spinnt hier gewalltig, und ich fyrchte ich bin es nicht :/

  123. Das ist ja schon fast genau so, wie es bei den Sowjets war, passt du jemandem nicht ins Weltbild, kommst du in den Bau.
    Das einzig Gute dort war, dass man die Leute noch irgendwie halbwegs zur Verantwortung ziehen konnte, selbst wenn sich dadurch an den Rand der Legalität bewegte.
    In Deutschland ist es alles ganz anders. Da kannst du absolut nichts machen. Wenn es jemandem von der Obrigkeit nicht passt, wirst vorsorglich eingesperrt. Der Grund wird dann von irgendeinem Ghostwriter für die Staatsanwaltschaft fertig gestellt und die Gerichte winken dann einfach durch. Und du kannst praktisch nichts dagegen machen.
    Passt bloß auf, demnächst kommt es dazu, dass bei den Bullen die Gehälter gesenkt werden, damit die noch korrupter werden und noch leichter von oben zu kontrollieren. Dann haben wir hier die lieben Verhältnisse von DDR, UdSSR und neuerdings USA.
    Danach bleibt einem nur Weg zum Auswandern in Gebiete, wo man sich gegen sowas mit Gewalt wehren kann. Hier darf man das ja nicht.

  124. falls du die ips der poster mitloggst, wäre interessant wo die ganzen trolle hier herkommen. aber einige haben eh schon einen verdacht geäussert.

    im übrigen, danke für den beitrag. als normaler bürger nimmt man natürlich an das solche sachen nur linken chaoten passieren. wird ja oft genug in den medien runtergebetet, wie gewalttätig die demonstranten immer sind. deshalb wohl auch die überraschung bei einigen piraten über die vorfälle bei solchen demos. der herr im blauen t-shirt zb.
    die wahrheit ist halt leider eine andere. sehr schön auch die schilderung was passiert wenn das ganze mal läuft. das ist weder kafkaest noch sonst wie ungewöhnlich. das ist bürokratie mit präventionsstaat. klar beruft sich jeder auf die nächste instanz. und im endeffekt kommt dann halt sowas, oder noch schlimmeres raus. zumindest hast du ruhe bewahrt, sonst hätte das ganze auch wesentlich schlimmer ausgehen können. man sollte sich da keine illusionen machen. das muss nicht mal böser wille der beamten vor ort sein.

    die andere sache die du dir vllt überlegen solltest ist, ob die verhaftung wirklich so zufällig war. die anordnung kam nachdem deine daten überprüft wurden und hat wie du sagst den polizisten vor ort auch ziemlich erstaunt. soll keine VT sein, aber naja…

  125. Bei der G20-Wir-knutschen-um-die-Wette-Veranstaltung in Pittsburgh wurde eine Schallwaffe und Steinsalz eingesetzt.
    Verrückte neue Welt. :-(

  126. Hier wurde versucht, ein potentieller Demo-Gänger dazu zu bringen, nicht auf die Straße zu gehen. Widerstand soll so gebrochen werden. Wenn sich keiner mehr traut, dann hat die Polizei nix mehr zu tun und die Politik/Wirtschaft gewonnen.

  127. Geschichte klingt unfaßbar, aber überrascht mich nicht. Daß das hier ein fa********der Polizeistaat ist, vergessen eben viele Leute im Alltag.
    Allerdings ist für mich die Moral aus der Geschichte ganz klar (war sie vorher auch schon): Keine Zusammenarbeit mit der Polizei. Ich lasse mich vor Demonstrationen nicht durchsuchen, und sonst auch nicht. Das ist zwar sicherlich kein Allheilmittel und funktioniert daher nicht immer; aber den Bütteln aus dem Weg zu gehen und mit ihnen möglichst nicht zu kommunizieren, sollte immer oberstes Gebot sein.
    Auch vor einer beginnenden Demo kann man, wenn man will, ihnen ausweichen. Geht man notfalls später zur Demo (alles schon praktiziert). Über die Bereitwilligkeit, mit der manche Demoteilnehmer sich durchsuchen lassen, habe ich schon immer gestaunt. Ist das komplette Arglosigkeit? Ich hätte dagegen bereits Angst, daß bei einer versuchten Durchsuchung durch die Polizei der Ekel vor diesen Bütteln mich derart würgen würde, daß sie es merkten. Das soll kein Witz sein. Als Einzelperson kann man jedenfalls immer kehrtmachen, wenn auf der Straße die Uniformierten dumm herumstehen.

    1. Hallo fdo!
      Ja, es gibt etwas neues, das Strafverfahren wurde in der Zwischenzeit eingestellt, schonmal ein erster Schritt. Im neuen Jahr werden wir mal sehen wir wir dann weiter verfahren.

      Gruss
      alios

  128. Grausam! Beim besten Willen, allein beim Lesen kommt mir der Gedanke auf “das kann doch alles nicht sein!”

    Vor allem wenn Du in diese Situation unscheinbar reingerutscht bist und nichts dafür konntest. Da kannst Du nur froh sein, daß Du nicht so reagiert hast wie ich. Ich hätte vermutlich versucht mich mit Gewalt, wenn auch von vornherein zum Scheitern verurteilt, zu befreien. Das hätte nur zur Folge, daß es teuer würde und eine rechtskräftige Anzeige mit Verurteilung folgen würde.

    Selstame Welt … mag gleich mal einen Artikel zu Deiner Erfahrung verfassen.
    Beste Grüße
    SciFi Pilot Christoph

  129. Pingback: Gedankenstücke
  130. Schon komisch. Wir leben in einem demokratischen Rechtsstaat (so heißt es doch immer…) und dann wird man nicht mal über seine Rechte aufgeklärt?

    Das klingt für mich wie gute alte Stasi-Methoden. Bestimmt haben sie ganz nebenbei auch noch eine kleine Geruchsprobe genommen und die Blutprobe wäre wahrscheinlich auch nicht für nen Alkoholtest verwendet worden.

    Die Regierenden fordern fairen Umgang mit den Demonstranten in Ägypten usw., im eigenen Land kann gegen Schüler und Rentner geknüppelt werden, siehe Stuttgart.

    PS. Solche Gewalteinsätze hat sich damals 1989 nicht mal die DDR-Staatsregierung gewagt, zu befehlen. Heute ist man “so frei”.

  131. Die Bullerei ist ne krimminelle Gefahr für Leib und Leben, viele Leute glaubens jedoch bis heute nich und meinen immer noch daß wir eine solche Terrororganisation brauchen. Dreschen aus purster Lust aus purster Freude auf irgendwelche x-beliebigen Leute ein und die Justiz deckts.

    §1: Die Bullerei ist grundsätzlich immer im Recht, egal was war und wie es war.
    §2: Sollte die Bullerei wirklich mal nicht recht haben tritt automatisch §1 in Kraft.
    §3: Bei Klageversuchen gegen die Bullerei treten zum einen die beiden ersten § in Kraft, zusätzlich bekommt der Kläger eine herbe Strafe wegen vorgehens gegen dieses allgemeine System.

    Wann geschieht hier endlich das was in der DDR passiert ist und auch in Libyien passiet: Ein Massenaufstand gegen die Merkel-Dikttur Deutschland?

  132. Die Bullen prügeln nicht nur bei Demos, sondern grundsätzlich immer. Stellen sich beispielsweise an irgendein Ortsschild, halten irgendeinen an, und knüppeln dann auf denjenigen ein. Dabei die Drohung daß beim nächsten falschen Wort kein einziger Knochen mehr heil ist. Wenn man Glück hat weist der älteste der Bullen die anderen Bullen dazu an so zu dreschen daß nichts bricht. Meißt ist dem aber nicht so womit es erstmal kräftigste Ohrfeigen, Faustschläge und Tritte hagelt wobei die sich insbesondere dann wen man alleine ist erstmal so richtig an den Schmerzensschreien des Opfers aufgeilen. Anschließend gehts dann zum zwangsröntgen und ab in die Psychiatrie wo man genau merkt daß sie mit den Ärzten Stammtischfruende sind. Klagen zwecklos da mit Richtern und Staatsanwälten beste Freunde welche wie Pech und Schwefel zusammenhalten. Alles was man in irgendeinster Weise sagt wird gegen einen verwendet werden, notfalls gibts eben ne Anklage wegen versuchten überfahrens der Bullen ums zu rechtfertigen. Die dürfens und fertig. Ist sogar deren Aufgabe.

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