Die Piratenpartei, die sich vor 3 Jahren an die Arbeit gemacht hat ein neues Schiff für die politischen Meere zu konstruieren, mittlerweile eine Crew zusammenhat und das Boot auch schon zu Wasser gelassen hat, muss nun sehen, ob ihr Schiff auch tatsächlich seetüchtig ist. Dazu gehört vor allem, in einem kombiniert experimetentellen und analytischen Prozess, zu sehen, wie der optimale Trimm für Rumpf und Rigg ist.
Beim Entwurf des Rumpfes wurden die Bürgerrechte als Schwachstelle bei der Konkurrenz erkannt. Diese wurden deutlich verstärkt. Auch an anderen Stellen wollte man nicht dieselben Fehler der Anderen wiederholen. So sollen flache Hierarchien bei den Decksaufbauten und eine transparente Beplankung des Rumpfs dafür sorgen, dass Wassereinbrüche sowohl von der Mannschaft als auch von Außen sofort erkannt werden.
Am Montag hat Stefan “Aron” König mal wieder das Ruder übernommen und es gleich wieder Hart Steuerbord gelegt. Darauf hin wurde in den letzten Tagen sowohl innerhalb der etwas verdutzten Mannschaft, die bei diesem Manöver zum Teil aus den Kojen fiel, aber auch bei den Beobachtern an Land heiß diskutiert.
In dieser sowohl intern wie auch extern geführten Manöverkritik sind 2 wichtige und zu klärende Fragen zu identifizieren:
- Was meinen die Piraten konkret mit Ihrer Forderung nach mehr Mitbestimmung durch die Bürger? Kann und sollte jede beliebige Frage durch Volksabstimmungen entschieden werden? Wenn nein, an welchen Stellen ist eine Grenze zu ziehen?
- Wie als Mannschaft damit umgehen, wenn einer in der Außenwahrnehmung das Ruder übernimmt, sich dabei evtl. selbst überschätz und anfängt Manöver zu fahren, die für Mannschaft und Material gefährlich werden können? Widerspricht dies guter Seemannschaft? Gleich Kielholen?
Diese werden wohl nicht die letzten Fragen sein um die durchaus guten und innovativen Designentscheidungen bei der Konstruktion der Piratenpartei auf ihre Praxistauglichkeit zu überprüfen und die Segel richtig zu trimmen.
Wenn das Schiff dabei ab und an Schlagseite bekommt, sieht dies zwar hässlich aus, ist aber notwendig um das Schiff wirklich hochseetauglich zu machen. Wenn sich bei einigen der gewählten Offizieren zeigt, dass sie auf Ihrer Position überfordert sind, so ist es gut, wenn dies erkannt und nicht runtergespielt und vertuscht wird, sondern klar benannt und geändert wird, solange man noch nicht auf der offenen See ist.
Ich bin fest davon überzeugt, dass die Piratenpartei ein gutes und seetüchtiges Schiff ist, dass zwar noch etwas eingesegelt werden muss, dessen gute und tüchtige Mannschaft aber die auftretenden Probleme effektiv und intelligent lösen wird. Ein freidrehender Offizier stellt dabei das geringste Problem da.

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Danke für diesen Artikel!
TD
3. Dezember 2009 @ 14:19
Als einer von denen, die verdutzt aus den Kojen fielen möchte ich auch vielen Dank für diesen Artikel sagen.
Die generellen Fragen kann man unabhängig vom Islam stellen:
1. Liegen die individuellen Grundrechte höher bewertet als Mehrheitsentscheidengen? Oder anders gefragt: Darf eine Mehrheit einer Minderheit Grundrechte aberkennen?
Meine persönliche Antowrt darauf wäre, NEIN, Grundrechte gelten absolut und universell.
2. Wo liegen die Grenzen der Meinungsfreiheit? Sind Beleidigungen, Diffamierungen etc. Meinungsfreiheit? WO darf man seine Meinung veröffentlichen? Ich lasse ja auch nicht Leute ihre Meinung an meine Wohnzimmerwand malen – und das ist KEINE Einschränkung der Meinungsfreiheit.
Meine Antwort wäre, dass das Recht der Meinungsfreiheit da endet, wo die Grundlegende Menschenwürde und die Persönlichkeitsrechte anderer Menschen anfangen und dass die Meinungsfreiheit sich auf den EIGENEN privaten Raum und den öffentlichen Raum beziehen, nicht aber auf den privaten Raum anderer oder anderer Organisationen. z.B. ist es für mich keine Einschränkung der Meinungsfreiheit, wenn eine Partei ihre Mailinglisten moderiert. Das sehe ich wie mein Wohnzimmerbeispiel.
3. Wieviel Meinungsfreiheit hat ein Amtsträger einer Partei?
Meiner Meinung nach darf er sagen was er will – muss aber die Konsequenzen für die Partei im Auge behalten. Sollte er eine Meinung haben, die der Partei schaden würde, muss er diese entweder für sich behalten oder zurücktreten und die Meinung dann verbreiten.
Dies ist für mich eine freiwillige Selbstverpflichtung, die man in dem Moment eingeht, in dem man sich zur Wahl aufstellt.
Auf Aarons Beispiel bezogen:
Es ist eine unter Piraten noch nicht ganz geklärte Frage, ob das Grundrecht der Religionsfreiheit hier durch Mehrheitsentscheid eingeschränkt wurde. Meiner Meinung nach ja.
Es hat also mit einem kontroversen Thema als Medienpirat öffentlich eine Position bezogen, über die in der Partei keine einheitliche Meinung herscht und dies in einer Art und Weise getan, die uns wieder mal in die Nähe der Rechtspopulisten rückt(Verlinkung, Islam pauschal behandeln, etc.). Dies zeugt IMHO von Inkompetenz für sein Aufgabengebiet als Medienpirat und deshalb würde ich mir dort möglichst bald jemand kompetenteren wünschen.
LG
Gerald
3. Dezember 2009 @ 14:42
full ack!
3. Dezember 2009 @ 15:05
Danke für diesen Artikel!
Göttingen hält Kurs.
http://www.piratenpartei-goettingen.de/2009/12/gottinger-piraten-distanzieren-sich/
3. Dezember 2009 @ 15:13
Also ich finde die Piratenpartei schlecht und rate jedem davon ab sie zu wählen rassistenpack nur das man es verschleiert !
8. Dezember 2009 @ 19:35